Helikoptereltern – nicht nur in Stuttgart

Über einen Graben, den das Kind ohne Gefahr aus eigener Kraft überspringen kann, darf ich es nicht hinüberheben.

Christian Gustav Friedrich Dinter

(1760 – 1831), deutscher Pädagoge

Aus aktuellem Anlass an einer Stuttgarter Schule schreibe ich heute über Helikopter-Eltern und Eltern-Bashing.

Jede Medaille hat zwei Seiten.

So auch hier. Es treffen die Lehrer, die ihren job verantwortungsvoll durchziehen wollen auf manche Eltern, die eine andere Sichtweise zur ElternKind-Beziehung pflegen.

Eltern hätten „zunehmend Schwierigkeiten, loszulassen“, zitiert die „Stuttgarter Zeitung“ aus dem Brief. „So erleben wir täglich, wie viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, verkehrswidrig und häufig gefährlich an der Kreuzung vor dem Haupteingang der Schule parken, Kind und Schulranzen ausladen, den Ranzen teilweise bis ins Klassenzimmer tragen, dem Sohn oder der Tochter die Jacke abnehmen, helfen die Hausschuhe anzuziehen und dann noch die Gelegenheit nützen, die unterschiedlichsten Dinge mit der Klassenlehrerin zu besprechen. Und all dies nicht selten nach Beginn des Unterrichts um 7.45 Uhr.“

„Lehrer sind das Problem, nicht Helekoptereltern“ entgegnet die Autorin von der „Welt“.

Sie schreibt im gleichen Artikel “ Nicht mehr als Befreiungsschlag, sondern als Verzweiflungstat. Ein Schulleiter, der offenbar nicht in der Lage ist, sein Kollegium zu motivieren, „elternfreie Zonen“ in den Fluren einzurichten. Oder besser noch, die Eltern gleich einzuladen, gemeinsam eine Hausordnung zu entwerfen. “

Die FAZ hält in ihrem Bericht u.a. die vielen Diskussionen über Helikoptereltern für eine Marketingstrategie. „Die Wellen des Eltern-Bashings wirken nachhaltig.
Die Elternverunsicherung bringt vor allem gute Geschäfte. “

Die größten Fehler der Helikoptereltern nennt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Leiter des Maximilian-von-Montgelas Gymnasiums bei Landshut Josef Kraus in der „Welt“:

– meist unberechtigte Angst vor dem Straßenverkehr

– Angst, hinter jedem Busch lauere ein Kindesentführer

– Die Eltern kommen mit einer fertigen Diagnose zum Kinderarzt und sagen dort, was sie zu tun haben.

Und was ist seine Lösung?

“ …ganz einfach, Kind zwei und Nummer drei bekommen. Dann ist einfach keine Zeit mehr fürs Überbehüten.“

Und: Kinder sind nicht aus Zuckerwatte

Herr Kraus will laut dem Bericht, dass die Kinder „erstens mit Liebe und zweitens mit klaren Regeln“ Selbstständigkeit gewinnen, ohne allzu viel hektisches Zutun, ohne eine panische Funktionalisierung aller Bildungsinhalte.

Das hört sich meiner Meinung nach vernünftig an.

Wir lassen den Räuber viel selber machen und “ den Graben alleine überspringen“.

Wie machst du das?

Kürt bis zum 20.01.2015 euren besten Blogeintrag des Jahres 2014 und seid bei der dazugehorigen Blogparade dabei.

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