#Loslassen

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Kommen und Gehen

Alles im Leben ist ein Kommen und Gehen:
Geburt und Tod,
Frühling und Herbst,
Tag und Nacht.

Wir Menschen aber hängen unser Herz so gern an Dinge
und wollen sie festhalten:
schöne Augenblicke,
Liebe,
unsere Kinder,
den Partner.

Aber was wäre der Tag ohne die Nacht,
der Frühling ohne den Herbst?
Ich möchte die Sonnenauf- und -untergänge nicht missen,
nicht das Aufbrechen neuen Lebens im Frühling.

Loslassen,
die Dinge kommen und gehen lassen,
begrüßen und Abschied nehmen,
am Tag leben und genießen,
in der Nacht ruhen,
anstatt am Tag von der Nacht zu träumen
und in der Nacht den Tag herbeizusehnen.

Nichts bleibt wie es ist
und doch ist nichts verloren.
Was ich erlebe, bewußt wahrnehme,
bleibt meiner Erinnerung erhalten.
Alles was ich tue oder nicht tue
verändert den Lauf der Dinge.

Bist du glücklich,
genieße es, aber versuche nicht, das Glück festzuhalten!
Bist du traurig, verzweifelt,
nimm deinen Schmerz wahr – er ist Teil des Lebens und wird vergehen
und dich weiterbringen!

© Beate Prager (*1955), Hausfrau und Mutter

Mit diesem schönen Gedicht als Einleitung möchte ich heute übers Loslassen von Müttern schreiben.

Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. 
Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.
Jack Kornfield, Offen wie der Himmel, weit wie das Meer 

In der Schwangerschaft beginnt bereits die erste Veränderung.

Ich war vor der Geburt vom Räuber berufstätig. Den Job mußte ich loslassen. Liebgewonnene KollegInnen verlassen, meinen Schreibtisch räumen und den Büroschlüssel nebst Stempelkarte abgeben.

Damals saß da ein dicker Kloß im Hals, als ich diese letzten Schritte unternahm.

Aber da ließ mich auch meine neue Aufgabe nicht mehr lange auf sich warten.

Dem Helikoptern habe ich bereits hier einen Beitrag gewidmet. Daher gehe ich da nicht mehr in die Tiefe.

Aber das Loslassen bei den ersten Schritten, beim langsam Selbstständig werden des Junikäfers muß ich erst wieder lernen.

Mir macht es große Freude zuzuschauen, wie mutig und forsch der Junikäfer sich hochzieht. Voller Stolz steht sie dann irgendwo im Raum, ein Stuhl oder Tisch umklammernd.

Ich laß sie machen und greife nur in Gefahrensituationen ein.

Umso leichter fiel mir das Loslassen bei der Kiga Eingewöhnung des Räubers. Daran ist mein Sohn „schuld“. Er machte es mir sehr leicht loszulassen in dem er spaß am Spielen mit den anderen Kindern hatte, vieles beobachten konnte und doch er selbst sein durfte.

Ohne Tränen verabschiedet er sich morgens und freut sich wenn ich ihn mittags wieder hole.

Es gilt in einer respektvollen Familie vertrauensvoll loslassen zu können mit dem Wissen den Halt nicht zu verlieren.

So wird es immer wieder neue Situationen des Loslassens geben, auf die ich gespannt bin.

Loslassen ist die Kunst, Vergangenes zur Ruhe zu betten und der Zukunft freien Raum zur Gestaltung zu überlassen.

© Helga Schäferling (*1957), deutsche Sozialpädagogin

Vielen Dank an Johanna für die Inspiration mit dem Thema „Loslassen

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4 Kommentare

  1. Oh ja! Dad loslassen klingt so einfach und in der Theorie schaffe ich es sich locker. Dennoch, im einer „Ich lass dich jetzt los und doch deinen Weg selbstständig erkunden“ Situation fällt es mir dann Dock schwer. Natürlich muss das loslassen sein. Und ich möchte meine Mäuse dazu ermutigen. Ich versuche es ihnen nicht zu zeigen, dass sich ich manchmal das Gefühl hab “ aber sie ist doch noch so klein“.
    Danke für diese schönen Artikel!
    Liebe Grüße

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