Was haben Jesper Juul und seine Bücher mit dem 18. Jahrhundert zu tun? #Jesperjuul

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Den Namen hat wahrscheinlich jede Mama und jeder Papa schon einmal gehört – Jesper Juul.

Jesper Juul (* 18. April 1948 in Vordingborg) ist ein dänischer Familientherapeut. Er ist Gründer und Leiter des Kempler Institute of Scandinavia in Odder in Dänemark und Autor zahlreicher Bücher um Familienbeziehungen und Erziehung„.
So schreibt es Wikipedia.org

Mir gefallen viele seiner Ansätze zur Er- bzw. Beziehung von Kindern und Familie, auch wenn ich diese lediglich aus seinen online Veröffentlichungen und Interviews entnehme.

Ein immer zeitloses Thema ist das sogenannte „Helikoptern“. Das Kind behüten wollen und vor Gefahren schützen – aber wie macht man das ohne es einzuengen oder zu arg loszulassen? Wieviel Kontrolle muß sein?

Meine Art zu Helikoptern kannst du hier nachlesen.

Über das Loslassen habe ich hier bereits geschrieben.

Manch Ansicht des guten Jesper Juul ist jedoch auch nicht neu erfunden, wie diese zum Beispiel:

„Wer seine Kinder unablässig kontrolliert, gibt Ihnen schnell das Gefühl, etwas falsch zu machen.“
Jesper Juul

Dieses Zitat von Herr Juul befand sich in dem Familienkalender von Mama notes.

In ihrer Serie zu den täglichen Weisheiten aus dem Kalender gab sie zuletzt die Möglichkeit ein Zitat näher unter die Lupe zu nehmen und darüber zu schreiben.

Dazu habe ich als Zitaten-Freak große lust gehabt. Stelle ich doch jeden Montag mein #Wochenmotto vor.

Schon im 18. Jahrhundert war bekannt, daß zu viel Kontrolle über einen Menschen die Entwicklung hemmt.

Zutrauen veredelt den Menschen,
ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen.

Heinrich Friedrich Karl von und zum Stein

(1757 – 1831)

Für mich sind Freiheiten der Kinder sehr wichtig. Damit ist einerseits die räumliche Freiheit gemeint. In einem sicheren und abgesprochenen Umkreis dürfen sie sich frei bewegen. Dabei besteht für mich jeder Zeit die Möglichkeit eines Sichtkontaktes -Wir wohnen in einer Sackgasse.

Andererseits soll auch die innere Freiheit gewahrt sein. Damit sind nicht nur die Kinderrechte gemeint, nein.

Ich arbeite daran ein Zutrauen der Kinder zu fördern.

Ein aktuelles Beispiel ist das Klogehen vom Räuber. Er sagt das er Pipi machen muß. Ich frag ihn ob ich mitgehen soll und er sagt: „Nein“.

Klar, ein 3 Jähriger sagt zu allem Nein und möchte alles alleine machen.

Ich weiß das es schief gehen kann, da er es noch nicht so lange macht. Trotzdem lasse ich ihn alleine gehen und warte auf sein rufen, wenn er Hilfe braucht. Das macht er nämlich, wenn es aus seiner Sicht nicht mehr alleine klappt.

Dadurch stärke ich sein Selbstwertgefühl und seine Selbstsicherheit. Stolz wie Bolle kommt er dann zurück und berichtet was er alles gemacht hat und ob sogar noch ein Kacka rausgekommen ist.

Natürlich kann es sein, ich komme ins Bad und stehe vor einem weißen Berg Klopapier.

Natürlich kann es sein, er hat über den Rand auf den Fliesenboden gepinkelt.

Natürlich kann es sein, er hat es nicht rechtzeitig geschafft und seine Klamotten sind naß.

Na und?

Das können wir zusammen wieder aufräumen, putzen und in die Wäsche legen.

Zum Abschluß gebe ich das noch mit einem Augenzwinkern mit auf den Weg:

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Kinder, ihr müßt euch mehr zutrauen!
Ihr laßt euch von Erwachsenen belügen
Und schlagen. – Denkt mal: fünf Kinder genügen,
Um eine Großmama zu verhauen

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