#metime oder wieviel Zeit habe ich für mich, Herr Juul?

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Zeit stoppen

Mensch, du hast die Uhr erfunden,
doch die Zeit kannst du nicht halten,
es verrinnen schnell die Stunden,
keine Pause lässt sich schalten.

Zeit, sie läuft auch ohne Uhren,
hat eine ungeheure Macht,
hinterlässt so manche Spuren,
ständig, am Tage und bei Nacht.

Niemand kann die Zeit erspähen,
auch nicht mit List und Phantasie,
Zeit wird immer vorwärts gehen,
rastlos, – zu stoppen ist sie nie.

© Horst Rehmann (*1943)

Ja, die liebe Zeit….

Als Mutter hat man doch wirklich nie genug davon.

Daher habe ich mal im Zeitungsarchiv nach der Meinung unseres „Erziehungs-Guru“ Jesper Juul gesucht.

Ausschnitt vom Interview mit Jesper Juul und der Süddeutschen Zeitung:

SZ: Unermüdlich plädieren Sie in der aufgeheizten Erziehungsdiskussion für mehr Gelassenheit. Aber finden Sie Kinder nicht manchmal unglaublich nervig?

Juul: Doch. Keine Frage. Man hat nicht mehr viel Aufmerksamkeit für sich selbst übrig, wenn man Kinder hat. Ich glaube, das ist das eigentlich Anstrengende. Aber viele Eltern machen es heute auch anstrengender, als es sein muss.

SZ: Wo ist das rechte Maß?

Juul: Wenn die Erwachsenen nicht genug Zeit für sich selbst haben und die Eltern nicht für sich als Paar, dann widmen sie den Kindern unter Garantie zu viel Aufmerksamkeit. Ohnehin tun sie ihnen keinen Gefallen damit. Kein Kind will Aufmerksamkeit. Es braucht Beziehung, es will am Leben seiner Eltern teilhaben. Besonders wenn Kinder imKindergarten oder der Krippe sind, brauchen sie dringend Zeit mit Erwachsenen, die ein Erwachsenenleben leben. Im Kindergarten lernen Kinder viel über Kindsein. Sie singen, sie tanzen. Aber sie lernen nichts über Erwachsene. Wir sehen schon die ersten Folgen. Viele Jugendliche haben keine Lebenskompetenz. Sie werden depressiv, weil sie nicht wissen, wie man mit Enttäuschungen umgeht.

…….

Aber lieber Herr Juul, wie lebt man denn ein Erwachsenenleben mit zwei kleinen Kindern?

„Es ist wichtig, dass die Eltern auch mal sagen: Jetzt musst du alleine spielen. Ich will jetzt kochen oder eine halbe Stunde für mich sein. So lernen Kinder, wie man ein Leben als Erwachsener leben kann. Kinder können viel mehr Stress ertragen als wir, viel viel mehr…“

meint Herr Juul.

Aha…

Das praktizieren wir teilweise sogar. Der Räuber kann sehr schön eine Weile allein puzzlen oder mit Autos und Lego spielen.

Aber den Junikäfer habe ich trotzdem noch am Hosenbein hängen.

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Bildrechte: Pixabay.com

Sie „hilft“ mir dann beim Haushalt, indem sie einfach dabei ist und mitmacht oder was nebenher spielt.

Auf dem Spielplatz beschäftigen sich die Kinder meist mit den anderen Kindern oder ich helfe beim Schaukeln oder auf-/absteigen von den Spielgeräten.

Da hab ich dann erwas Zeit zum durchschnaufen und Gesprächen mit anderen Mamas.

Aber zu sagen:“Ich will eine halbe Stunde für mich sein“ käme für mich derzeit nicht in Frage.

Solange meine Kinder wach sind, bin ich für sie da – Tag und Nacht!

Wenn sie beide schlafen habe ich #metime, wie es die liebe Mama on the rocks betitelt – Zeit für mich.

Danke für die Inspiration zu dem Thema.

Zeitgemäße Kommunikation baut Brücken zwischen den Parallelwelten der Generationen. „Welcome in our Chatroom!“ bringt für die Hausfrau und Mutter bessere Einspielergebnisse als „Wie oft soll ich denn noch sagen, daß das Frühstück fertig ist.“

© KarlHeinz Karius (*1935),

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