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Lasst die Kinder los
Margrit Stamm
WARUM ENTSPANNTE ERZIEHUNG LEBENSTÜCHTIG MACHT
Erschienen am 17.03.2016
288 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
Mit 26 Abbildungen
ISBN: 978-3-492-05711-0

Bildrechte und Inhalt bei Piper.de:

Perfekte Eltern, unglückliche Kinder

Verunsicherte Kinder mit vollen Terminkalendern, gestresste Eltern, die nur alles richtig machen wollen und dabei trotzdem das Gefühl haben, dass irgendetwas falsch läuft: Bei der Erziehung und der Entwicklung ihrer Kinder stehen Väter und Mütter heute mächtig unter Druck – das führt zur Überforderung aller und selten zu wirklich glücklichen Kindern.
Die renommierte Erziehunsgwissenschaftlerin Margrit Stamm kann anhand von zahlreichen empirischen Studien nachweisen, warum Eltern gut daran tun, ihre Kinder weniger zu behüten und zu kontrollieren und wie das gelingen kann. Sie zeigt Wege zu einem entspannteren Erziehungsstil für lebenstüchtige Kinder und zufriedene Eltern.

Bewertung des Buches:

Da die Autorin und Wissenschaftlerin aus der Schweiz kommt sind viele Beispiele und Statistiken von dort.

Das spielt aber für die Thesen und den Lösungen keine Rolle, ob die Familie aus Deutschland oder aus der Schweiz kommt.

Das Problem bleibt gleich: Eltern sind an allem schuld.

Zukunftsängste der Eltern, ihr Kind könne erwas nicht, das von ihm erwartet wird sind meiner Meinung nach die größten Sorgen der Mütter.

Der gesellschaftliche Wandel führt zu unterschiedlichen Lebensbedingungen.

Diese führen zu unterschiedlichen Maßnahmen und können einfach nicht von den Eltern verglichen werden.

Einige seien sehr unsicher bei Erziehungsfragen, da die eigenen Eltern für das erfahrene Know-how nicht zur Verfügung stehen würden.

Das trifft bestimmt auf einige zu. Ich denke dass aber eher junge Mamas ohne eigene Lebenserfahrung davon betroffen sind.

Unsere Omas und Opas der Kinder wohnen weiter weg. Wir kommen auch gut ohne deren klugen Ratschläge zurecht.

Es gäbe mehr Einzelkinder als früher, die einfach mehr Aufmerksamkeit und ständige Präsens der Eltern geniessen würden.

Zudem würden immer mehr Spielkameraden fehlen. Entweder wohnen sie zu weit weg oder stecken in Frühförderungsprogrammen.

Dann ist da noch die Droge Erziehungsratgeber. Es gibt so viele auf dem Markt. Und ständig kommen neue, die alles besser wissen und alles viel einfacher gelingt.

Ein Ratgeber reicht daher nicht. Noch einer und noch einer muß her.

Sei es Juul oder Montessouri. Welche Erziehungsratgeber hast du daheim und hältst du dich an die dortigen Vorschläge?

Es folgt in dem Buch eine Diskussion von 7 Erziehungmythen.

Mit großer Aufmerksamkeit las ich, dass Kinder mit dem autoritativen Erziehungsstil der Eltern bei einer Studie bessere soziale Kompetenz, höhere Leistungsorientierung und Zielstrebigkeit aufwiesen als beim autoritären Stil, nachgiebigen Stil oder dem vernachlässigenden Erziehungsstil.

Eine nachgiebige Erziehung auf Augenhöhe ist daher nicht am erfolgreichsten – das bleibt ein Mythos.

Der nächste Mythos betrifft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ist da eine Vereinbarkeit überhaupt möglich?

Das ist ein guter Aspekt und wird von mir als Hausfrau und Vollzeitmama noch mal in einem separaten Blogbeitrag hinterfragt werden.

Dann gibt es die Beleuchtung der unterschiedlichen Auffassung verschiedener Eltern über qualitative Betreuungszeit ihrer Kinder.

7 Kindheitsmyten werden danach besprochen.

Unter anderem die Mutterbindung, Väter als gute Spielpartner und ob Kitas schädlich sind.

Die perfekten Eltern stehen nun zur Diskussion.

Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht“
Afrikanisches Sprichwort

Das im Buch aufgeführte Sprichwort macht die Autorin sehr sympathisch.

Gibt es sie überhaupt oder sind die Eltern perfekt, die nicht perfekt sind?

Zum Beispiel kannte ich bis jetzt den Begriff „hothousing“ – Treibhausförderung noch nicht.

Beim Kapitel „Perfekte Kinder“ erfährt man welche Folgen der einzelne Erziehungstil haben kann. Obwohl alle Eltern an einem perfekten Kind „arbeiten“ gibt es doch immer unterschiedliche Ergebnisse.

Aber eins ist sicher: perfekte Kinder gibt es nicht!

Wir lernen die verwöhnten „Shuttle-Kids“ kennen.

Die Meinung der Autorin über das boomende AP Attachment Parenting teile ich vollkommen – nicht mein Ding.

Fazit:

Ich möchte Mutter sein und bleiben. Nicht als Managerin, Nachhilfelehrerin, Co-Therapeutin oder Chaufeuse enden. Ich bin entspannt, weil ich mich oft im Buch wiedererkenne und mich auf dem richtigen Weg befinde. Das ist beruhigend. Hab ich vielleicht doch perfekte Kinder? 😉

Vielen Dank an den Piper Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

Mehr Buchtipps für Eltern auf einen Blick.

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8 Kommentare

  1. Klingt spannend! Ich musste, wenn ich ehrlich bin, googlen, was ein autorativer Erziehungsstil ist. Werd mich in nächster Zeit mal beobachten… Glaub in Stresssituationen falle ich stark in den autoritären Erziehungsstil! Hmpf…

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