Sag mir mal… Gesprächsführung mit Kindern #Buchtipp @beltz_gelberg

„Bescheidenheit des Erwachsenen ist das beste Mittel, um einem Kind Kräfte zu verleihen.“

Lucas Quinten, Für das werdende Kind

9783407857552

»Sag mir mal …« Gesprächsführung mit Kindern (4 – 12 Jahre)

Für alle, die mit Kindern umgehen, ist es wichtig zu wissen, wie sie Gespräche mit ihnen richtig führen. Die international bekannte Psychologin und Kindertherapeutin Martine Delfos beschreibt Möglichkeiten, wie wir die Meinung von Kindern wirklich erfahren und Zugang zu ihrem Erleben finden, ohne sie zu manipulieren.

Wie kommen unsere Fragen bei den Kindern an, welche Antworten dürfen wir erwarten? Wie sprechen wir mit ihnen über Trauer, Ängste, Fantasie, Sexualität? Die Gesprächstechniken richten sich nach dem jeweiligen Alter des Kindes und der Gesprächsabsicht. Leicht verständlich und mit vielen Beispielen aus der Praxis ist dies das erfolgreichste Buch zur Kommunikation mit Kindern. Es wurde vollständig aktualisiert und bietet nun einen Extrateil zum Einfluss der digitalen Medien auf die Kommunikation mit Kindern.

Buchbewertung:

Gerade als zweifache Mama ist es mir wichtig, viel und gut mit den beiden im Gespräch zu bleiben.

Die Kleine mit ihren 2 Jahren lernt momentan erst noch das Reden. Hier läuft viel Kommunikation übers Zeigen und Geräusche nachmachen.

Beim Großen mit seinen 4 muss ich schon etwas geschickter meine Wörter finden. Sonst kann es sein, er dreht sie mir im Munde noch um.

Erwachsene brechen viele Initiativen von Kindern zum Gespräch ab. Sie nehmen sich oft zu wenig Zeit, um das Kind selbst ausdrücken zu lassen, was es sagen will, und übernehmen das Gespräch (van Haaren, 1983)

Das erkenne ich oft auch bei mir. Daher war es schön neue Anregungen in dem Buch zu finden und auch viele Hintergründe des kindlichen Denkens vermittelt zu bekommen.

Linke und rechte Gehirnhälfte funktionieren bis zum Alter von sieben Jahren beispielsweise noch stark voneinander getrennt.

Manchmal sind wir auch von der Antwort überrascht.

Denn Kinder nehmen eine Frage wörtlich: »Wie hast du das bloß so toll zeichnen können?« »Mit Bleistift!«

Suggestivität wird ausführlich dargestellt und mit vielen Beispielen hinterlegt.

Wer intensiv mit Kindern spielt, merkt, dass das Kind manchmal kurz den Faden verliert, wenn der Erwachsene ganz im Spiel aufzugehen scheint. Das Kind zweifelt daran, ob sich der Erwachsene bewusst ist, dass es sich um ein Spiel handelt. Schnell bringt das Kind den Erwachsenen in die Wirklichkeit zurück, indem es sagt: »Es ist nicht echt, weißt du, wir tun nur so.«

Schöner Satz aus dem Buch:

Die Kunst für den Erwachsenen liegt darin, zu akzeptieren, dass Kinder nicht immer alles falsch sehen, wenn sie es anders sehen als die Erwachsenen, sondern hinzunehmen, dass Kinder anders schauen.

Mein Großer starrt die Milchflasche beim Frühstück an. Ich sah ihm zu.

Er irgendwann energisch: „Ich hab doch durst. “

Ich fragte ihn ob ich ihm Milch einschenken soll.

Er: „na klar, ich warte schon so lang darauf.“

Kindern ist nicht immer klar, dass Erwachsene nicht wissen, was gerade in ihnen vorgeht. Egozentrismus hängt mit einer begrenzten Selbst-Anderer-Wahrnehmung zusammen.

In dem Versuch, die Welt um sich herum in den Griff zu bekommen, fragt das etwa vierjährige Kind eine Zeit lang endlos »Warum?«. Hierzu wird auch hilfreich Stellung genommen im Buch. Wir stecken nämlich mittendrin in der Endlosigkeit der Fragerei. Einige Fragen meines Sohnes habe ich auch schon verbloggt.

Warum ist der Mais gelb?

Oder

Hat der Marienkäfer eigentlich Zähne?

Das Leben eines Kindes vor seinem im Durchschnitt siebten Lebensjahr unterscheidet sich wesentlich von seinem Leben danach. Durch Lesen und Schreiben betritt das Kind die Welt der Erwachsenen.

So weit sind wir noch nicht. Aber ich bin jetzt schon vorbereitet auf das was noch kommt.

Schöne Zusammenfassung, was bei einem Erwachsenen-Kind-Gespräch wichtig ist:

  • Dieselbe (Augen-)Höhe wie das Kind einnehmen
  • Dem Kind zuhören (mein Blogbeitrag zum Thema Zuhören und Kinder)
  • Mit Beispielen zeigen, dass es einen Effekt hat, was das Kind sagt
  • Das Kind ermutigen, darüber zu erzählen, was es findet oder will, denn sonst würde man es ja nicht wissen können
  • Spielen und Reden möglichst kombinieren
  • Darauf hinweisen, dass man das Gespräch unterbricht und später fortsetzen wird, wenn man merkt, dass das Kind nicht mehr bei der Sache ist
  • Dafür sorgen, dass das Kind nach einem schwierigen Gespräch wieder zu sich kommen kann

Es folgt eine ausführliche Erläuterung der einzelnen Fragetechniken. Auch wann welche Fragetechnik und bei welchem Kindesalter am besten angewendet werden soll wird dargestellt.

Viele Beispiele und praktische Übungen im Anhang ermutigen zum aktiven Lesen.

Fazit:

Hilfreicher Wegweiser für Ewachsenen-Kind-Gespräche.

Mehr Buchtipps für Eltern auf einen Blick.

Vielen Dank an den Belz-Gelbergverlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar, das ich auf Anfrage erhalten habe.

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