link Wenn du spürst, es geht nicht mehr – Eine Mutter und ihr schwerstbehindertes Kind #Buchtipp

 

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Bildrechte: Lübbe.de

Wenn du spürst, es geht nicht mehr…

Erfahrungsbücher

367 Seiten

ISBN: 978-3-7325-3125-7

Ersterscheinung: 17.05.2016

Inhaltsangabe von Lübbe.de:

Frisch verheiratet, eine kleine Tochter, das Haus auf dem Lande und schwanger mit dem zweiten Kind – Julias Leben scheint perfekt. Doch als das Baby auf die Welt kommt, ist alles anders als beim letzten Mal. Es gibt Komplikationen. Und als sie ihr Baby im Arm hält, spürt Julia vor allem eines: tiefe Angst. Wenn du spürst, es geht nicht mehr ist die bewegende Geschichte eines Verlusts. Und die Geschichte einer Frau, die eine Entscheidung treffen musste – mit der Liebe, der Kraft und dem Mut einer Mutter.

Meine Buchbewertung:

Als zweifache Mama musste ich abundzu richtig tief schnaufen beim Lesen. Dieser Erfahrungsbericht geht wirklich unter die Haut.

Hatte ich doch auch bei meinem ersten Sohn eine Intensivstationserfahrung in der Kinderklinik. Wenn auch bei Weitem nicht so komplikationsreich und nervenaufreibend wie bei der libeen Julia.

Überreich spritzte das senfgelbe Gut aus meinen Brüsten und zischte trotzig in die Flasche. Mit meinem Namen beschriftet, verschwand sie anschließend nahe beim Aufzug in einem Tiefkühlschrank und wurde später in der Perinatalstation eingelagert. Ich stellte sie neben die anderen, die viel weniger und viel blassere Milch enthielten. Ich hätte die ganze Säuglingsstation durchfüttern können, wenn das gewünscht worden wäre.

Die Autorin nimmt auch kein Blatt vor den Mund und beschreibt die Dinge wie sie nun mal waren.

Schmunzeln musste ich bei der Reaktion der großen Schwester auf den neuen Zuwachs. Verhielt sich doch mein Räuber so ganz anders. Archivierter Artikel dazu: 2besserals1

»Weißt du«, ich zwang mir einen lustigen Tonfall ab, »du hast eine kleine Schwester!« Stille.
»Mama, ich will ein Klettergerüst haben.«

Als bekennende Klinikgebährende und nichts von Geburtshaus haltende Mama bestätigte mir wieder mal solch ein Ereignis die Wichtigkeit von Ärzten in unmittelbarer Nähe einer Geburt. Archivierter Artikel: Irrtümer oder eine Hebamme zu viel

Ich war wütend, wetterte gegen die Unzulänglichkeiten des Geburtshauses, das er empfohlen hatte, den Mangel an Rettungswagen, die schlecht ausgestattete Entbindungsstation in Banbury … Er murmelte etwas von Statistiken und Risikofaktoren, fragte, wie es Imogen und mir gehe – ich antwortete, sie sei bewusstlos und ich in Agonie.

Es war kaum auszuhalten, anzuschauen, wie die Elternbeziehung im Buch an den ganzen Komplikationen zerbrach. Dennoch fand ich es sehr verständlich und mutig, dazu zu stehen.

»Vielleicht hast du keine Lust, ihr Vater zu sein.«
»Das ist absurd, ich vergöttere meine Kinder. Und ich bin zufällig der Meinung, dass du eine gute Mutter bist.«
»Das kannst du aber gut verstecken.«
»Du bist unmöglich!«
»Du solltest mir beistehen, statt dein Baby an irgendwelche Experten auszuliefern.« Die Experten mit ihren Fläschchen und Entwicklungsstadien hatten uns vom Weg abgebracht, sie hatten meine Sicherheit untergraben und mich verwirrt.
»Julia, es ist doch kein Verbrechen! Du bist …«
»Ich bin völlig fertig!«
»Meinst du, ich nicht?!«

Von der Aussage der Pflegemutter zu Julia bekam ich Tränen in die Augen.

Einmal erzählte ich ihr (eig. Anm.: der Pflegemutter), wie sehr mich der Verlust bedrückt hatte, und sie sagte: »Ja, für dich ist Immie immer, was sie hätte sein können, für mich ist sie eben Immie.«

Mit zwei gesunden Kindern dachte ich immer, mich glücklich schätzen zu können. Aber ich bin sowieso der Meinung, dass jedes lebende Kind liebenswert und eine Daseinsberechtigung hat.

Ich bin stolz auf meine behinderte Tochter. Ihre vollkommene Abhängigkeit, ihre absolute Unfähigkeit ruft der Welt zu: Sind wir nicht alle so? Wir sind allesamt gebrechlich. Unter unserer äußeren Schale macht das uns erst zu Menschen!

Fazit:

Wie wahr. Das Buch war eine echte Bereicherung meiner Muttervorstellungen und Zweifel an dem englischen Gsundheitssystem.

Vielen Dank für das kostenlose Rezensionsexemplar an Netgalley und den Bastei Lübbe Verlag.

Mehr Buchtipps  im Blog.

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