#ichwürdegerne

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Bildrechte: Pixabay.com

Kinder

Text: Daniel „Dän“ Dickopf
Musik: Daniel „Dän“ Dickopf und Edzard Hüneke / Wise guys
Arrangement: Edzard Hüneke

Kinder find ich nicht so toll,
tut mir wirklich Leid.
Eins schmiert dir die Wände voll
und ein Andres schreit,
eins schmeißt wild mit Lego rum
aus Hartplastikbehältern,
doch was ich am schlimmsten find‘,
sind die stolzen Eltern.
Was mir auf die Nerven geht,
sind die stolzen Eltern.

Stolze Eltern können nicht normal kommunizier’n:
Mitten im Gespräch krabbeln sie auf allen Vier’n.
Und sie reden so lang über Farbe und Gewicht
des Inhalts in der Windel ihres Babys, bis man bricht.
„Letzten Sonntag schlief die Anna durch bis kurz vor acht!“
„Is‘ ja kaum zu glauben. Und was habt ihr sonst gemacht?“
„Unser Flori isst nicht viel. Das ist nicht gesund!“:
„Willst du jemand fressen sehn, dann kauf dir doch ’nen Hund!“.

Kinder find ich nicht so toll,
nimm mir das nicht krumm.
Wenn ich mal eins halten soll,
bringt mich das fast um.
Babywindeln stinken
auch aus guten Müllbehältern,
doch was ich am schlimmsten find‘,
sind die stolzen Eltern.
Was mir auf die Nerven geht,
sind die stolzen Eltern.

Stolze Eltern finde ich noch schlimmer als die vielen
Pitbull-Halter, die mir sagen: „Och, der will nur spielen!“.
Stolze Eltern kann man ja im Grunde nicht besuchen,
außer man hat Bock auf zwei Stunden „Backe, Kuchen!“.
„Laura hat so einen süßen kugelrunden Bauch!“.
„Na, da gratulier‘ ich, aber so was hab ich auch.“
„Laura kann schon ‚Papa‘ sagen! Das ist voll extrem!“
Ich schau Lauras Mama an und frage sie: „Zu wem?“

Kinder find ich nicht so toll…

Stolze Eltern werden in der Gruppe noch viel schlimmer –
Das bedeutet Krieg im Kinderärztewartezimmer:
Dort machen sie sich dann eiskalt gegenseitig platt
Und prahlen, welches Baby schon die meisten Zähne hat!
Stolze Eltern gehen abends leider nicht mehr raus,
doch sie sagen allen: „Wir sind eh lieber zu Haus‘!“
Wenn man Glück hat, schauen sie noch die ‚Sendung mit der Maus‘,
und sie sprechen alles wie die Teletubbies aus.

Kinder find ich nicht so toll,
tut mir wirklich Leid.
Eins kackt sich die Windeln voll
und ein Andres schreit.
Ich soll toleranter sein?
Keine Angst. Ich kann es.
Wenn es meine eig’nen wär’n,
wär‘ das ganz was Andres.

Ja, als Eltern verändert man sich. Mit Kindern verändert man sich. Die Welt wird neu geordnet. Nicht mehr man selbst oder die Partnerschaft steht im Mittelpunkt, nein, das kleine Bündel gibt erst mal das Kommando an.

Wir schauen, dass es dem Kind gut geht, das es alles bekommt, was es braucht, das wir es genug lieb haben und zweifeln trotzdem noch daran, nicht genug dafür zu tun.

Manchmal fraßen einem die Gewissensbisse fast auf.

Der erste Schritt: Nicht mehr auf die ganzen „Miterzieher“ hören.

Das sind die, die für alle meine Probleme eine wunderbare Lösung parat haben. Und natürlich: Du machst grundsätzlich erst mal alles FALSCH!

Das sind die, die wissen wann mein Kind Durst, Hunger, Windeln voll hat oder ob es vielleicht müde ist.

Das sind die, die immer in den Kinderwagen fassen oder mein Kind streicheln, betätscheln wollen.

Das sind die, die deinen Kindern ungefragt Süßes geben und dann aber über die ungesunde Ernährung und die dicken Kinder heutzutage aufregen.

Klar gibt es immer wieder Dinge, Situationen oder Verhaltensweisen, die wir als Eltern gern besser machen würden.

Aber für wen?

Für die Miterzieher?

Für uns selbst?

Setzen wir uns dadurch nicht noch mehr unter Druck?!

#Ichwürdegern sehen, dass mehr Mamas den Mut haben, nicht perfekt sein zu wollen.

Liebe Eltern,

ihr kennt euer Baby/Kind am besten. Ihr wisst was wann zu tun ist – vielleicht nicht sofort, aber das bekommt ihr schnell raus. Handelt nach eurem Bauchgefühl. Nach eurem Mutterinstinkt.

Ja, den Mutterinstinkt gibt es wirklich!

Trau euch das auch zu, anderer Meinung zu sein. Macht das was für euer Kind das beste erscheint.

Es geht immer besser!

Manchmal muss man einfach auch die Dinge so akzeptieren, wie sie sind. Die frage ist nur ob man das auch kann.

Ich bin eine „Ich steh zu mir“ Mama. Mit dem Beitrag 10 Merkmale für eien Ichstehzumir und ichbleibmirtreu Mama machte ich klar, dass ich mein Leben lebe wie es zu uns passt und nicht weil es alle so machen oder weil es gerade „in“ ist.

Jede Familie hat andere Bedürfnisse, andere Ausgangspositionen, andere Glaubens- und Erziehungsansichten. Jede Familie darf und soll es nach ihren Grundsätzen tun.

Ihr auch!

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Vielen Dank an den Redaktionsblog von Leben und Erziehen für die Inspiration zu diesem Text. Mehr Meinungen zu dem Thema #Ichwürdegerne findest du dort aufgelistet.

 

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4 Kommentare

  1. Das finde ich sehr wahr und sehr richtig. Warum muss den Ratschlag XYZ auch genau bei mir funktionieren. Kann nicht einfach jeder Mensch und jedes Kind individuell sein?
    Das Bauchgefühl ist meist ein guter Wegweiser und leider hat man nur manchmal verlernt auf das zu vertrauen was einem da von innen raus zugeflüstert wird.

    Gefällt 1 Person

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