#gegessen – Wer schön sein will muss leiden sagt der Schmerz #Rezension @Bastei_Luebbe

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Bildrechte und Inhaltsbeschreibung: Lübbe.de

Gegessen

Wer schön sein will, muss leiden, sagt der Schmerz…

Ausgekotzt – Ein Leben nach Missbrauch und Bulimie
In Deutschland leiden immer mehr Mädchen und Jungen in immer jüngeren Jahren an Essstörungen. Eine davon war Sonja Vukovic, sie litt dreizehn Jahre an Anorexie und Bulimie. Bis sie sich endlich traute, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Mit ihrer eigenen Geschichte offenbart die heute Einunddreißigjährige schonungslos die Schrecken einer Essstörung, die sie fast ihr Leben gekostet hätte. Immer auf der Grenze zwischen Rausch und Krankheit führt Vukovic uns tief in ein Unheil hinein, in das jeder von uns stürzen könnte – und zeigt, wie sie es in ein gesundes und glückliches Leben schaffte.

Sonja Vukovic schreibt so fesselnd, dass man als Leser geradezu süchtig danach wird, zu erfahren, wie ihre Geschichte weitergeht. Zwischen Scheitern und Sehnen, Verzweiflung und Erwartung bricht Vukovic Tabus, macht Betroffenen Hoffnung und legt den Finger in die Wunde der Gesellschaft, die dem Rausch huldigt, Süchtige aber verachtet.

Sonja Vukovic hat als Journalistin mit Schwerpunkt Biografie, Gesellschaftskritik und Sozialpolitik bereits für „Die Welt“, „stern.de“ und „Spiegel“ geschrieben. Sie wurde mit dem „Grimme Online Award“ und dem „Axel-Springer-Preis“ ausgezeichnet. 2013 erschien ihr internationaler Bestseller „Christiane F. – Mein zweites Leben“. Nach dem Aufbau der „F. Foundation“ für Suchtprävention und -aufklärung schreibt sie nun an weiteren Büchern. Heute lebt Sonja Vukovic in Berlin und ist Mutter einer Tochter.

Über die Autorin:

Sonja Vukovic engagiert sich für eine Gesellschaft, in der der Wert des Menschen nicht in erster Linie von dessen Leistung und Funktion abhängig ist. Mit Schwerpunkt Biografie, Gesellschaftskritik und Sozialpolitik hat sie unter anderem für „Die Welt“, „stern.de“ und „Berliner Morgenpost“ geschrieben. Sie wurde mit dem „Grimme Online Award“ und dem „Axel-Springer-Preis“ ausgezeichnet. 2013 erschien ihr internationaler Bestseller „Christiane F. – Mein zweites Leben“. Nach dem Aufbau der „F. Foundation“ für Suchtprävention und -aufklärung schreibt sie nun an weiteren Büchern. Heute lebt Sonja Vukovic in Berlin und ist Mutter einer Tochter.

Meine Buchbewertung:

Bei dem Thema war ich ja schon auf so einiges gefasst.

Aber der Einstieg ins Buch allein brachte mich selbst fast zum kotzen.

Das wurde gleich so – BAMM- mit direkten Wörtern um die Ohren geschmissen. Kein Erbarmen an den Leser. Ich bekam sofort mit, wie dreckig es Sonja wirklich ging.

Ihre Essstörung erhielt sie am Leben. Essen und Ernährung waren ihre einzigsten Themen in ihrer Jugend.

Anschaulich erzählt sie davon und gibt einem Leser ohne diese Erfahrung gemacht zu haben das Gefühl dabei zu sein.

Unverschämt beschrieb sie eine Pizza. Achtung! Wer jetzt gerade Hunger hat, nicht weiterlesen. So ging es nämlich mir beim Lesen 😉

Der Boden war sehr dünn und knusprig, der Rand weich und von einer unglaublich leckeren Öl-Würzmischung überzogen. Über scharfer, feiner Salami und knackigen Zwiebeln zerliefen drei verschiedene Sorten Käse. So eine Pizza hatte ich bis dahin noch nie gegessen. Dieser Mischung aus salzig-süßem Hefeteig und fettig-deftigem Belag konnte auch ich nicht widerstehen.

Boah. Nach diesem Zitat bekommt doch jeder Hunger auf Pizza.

Als Leser begleitet man ihren Weg durch die Hilflosigkeit

Ich habe es geschafft, so krank zu sein, dass man sieht, dass ich Hilfe brauche, ohne dass ich das sagen muss. Ich will ja gar keine Hilfe, ich will ja hier gar nicht sein. Ich möchte nur, dass man sich Sorgen um mich macht, denn dann bin ich jemandem etwas wert. Mehr brauche ich gar nicht. Nur dass ich jemandem wichtig bin.

Im Buch lernt sie mehre Menschen kennen,denen sie wichtig ist. Aber wird das reichen um ein „normales“ Leben leben zu können? Wird sie einen Ausweg aus ihrem Dilemma finden?

Eine spannende „Reise“ durch Sonjas Leben steht dem Leser bevor, die es lohnt.

Sie schreibt von ihrem Konflikt zum Essen und nicht Essen. Für mich so bisher nicht nachvollziehbar gewesen, da für mich das Essen nicht so sehr in den Fordergrund rückt. Es gehört für mich lediglich dazu. Aber nachdem die Hintergünde und die Ängste im Buch ausführlich erläutert wurden, kann ich mir jetzt ein Bild machen, wie es in einem anderen Menschen aussehen mag.

Neun von zehn Menschen leiden Experten zufolge, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, daran, von etwas oder jemandem abhängig zu sein! Von Rausch-, Lebensmitteln oder Glück, von immateriellen Dingen wie Erfolg, Liebe oder Geltung, von selbstbezogenen Süchten oder in der engen Beziehung zu jemandem, der eine dieser Süchte hat.
Bedeutet das, dass es eigentlich eher normal ist, süchtig zu sein, als dass man es nicht ist?
 Wieso redet denn dann niemand darüber?
 Wieso ist Sucht ein Tabu?

Sucht ist wirklich ein Tabu Thema. Umso mehr freute es mich an Sonjas Leben teilzuhaben und bewundere ihren Mut darüber so offen zu schreiben.

Dann spricht er weiter: »Sucht ist wie Krebs. Es ist eine schwere Krankheit. Und wer sie hat, der leidet. Niemand will so leiden. Aber viele können nicht gesund werden, weil ihre Seelen schon zu krank sind. Der Wille ist viel wert, aber er ist nicht alles.«

Das fand ich ein so treffenden Vergleich, dass ich ihn unbedingt zitieren wollte.

Sonja greift in ihrem Buch auch ihre Liebe zum „ESC 2010“ auf und wie sie  es sich leidenschaftlich angesehen hat.

Auch ihre Meinung zur damals aktuellen Rechtslage zu der Hebammenproblematik teilte sie mit. Das fand ich etwas zu weit ausgeholt und nicht so gut recherchiert.

Jetzt folgt noch mein Lieblingszitat und Fazit:

»Klaus Kinski meinte«, unterbricht Luisa meinen Gedanken, »man muss den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein, Laster sind echt.«

Mehr Infos über Essstörungen und Hilfestellen kannst du gern beim Bmfsfj.de  nachlesen.

Vielen Dank an den Bastei Lübbe veralg für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

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