Esst euer Eis auf, sonst gibt’s keine Pommes – Meine Abenteuer als #Alleinerziehende @Ullstein

Wenn Menschen mit Kindern…

Die Erkenntnis traf mich völlig unvorbereitet,
während meine Ehe sich zerstreitet.
Ich bin richtig wichtig für meine Kinder.
Ich bin der Vater, bin das Ying der
Kleinen und man sollte meinen,
dass Yang sei die Mutter, doch weit gefehlt,
denn das Yang ist es, was mich stählt.

Die Mutter kann das nicht mehr,
sie benötigt selbst je eher,
desto besser ein Ying, kein Ding?
Männer, Frauen, Partner im Überfluss?
Doch damit ist schon lange Schluss.
Alleinerziehend, getrennt mit Kind.

Naiv, verwirrt, ich war so blind.
Plötzlich blicke ich tief,
nicht eine Partnerin muss es sein,
nein, was ich jetzt brauche ist eine Stief-
mutter für meine Klein’n.

Wenn Du alleine bist und es doch nicht bist,
ist die Frage, ob sie wirklich richtig ist,
plötzlich bedeutend. Fehlentscheidungen
verboten, Versuchungen werden Untersuchungen,
wenn Menschen mit Kindern
versuchen, einen Partner zu finden.

Das Gefühl beginnt zu wachsen,
das sieht selbst ein Blinder,
doch man ist achtsam,
im Hinterkopf die Kinder.
Ich bin der Vater, bin das Ying der
Kleinen und man sollte meinen,
dass Yang kommt von alleine,
doch weit gefehlt, es ist die
dauernde Frage, die mich quält:
Bist Du gütig, geduldig, zärtlich?

Und ich sehe Dich und Du siehst mich.
Alleinerziehend, getrennt mit Kind.
Ob wir richtig für unsere Kinder sind?
Plötzlich blickst Du tief,
nicht ein Partner muss es sein,
nein, was Du brauchst ist ein Stief-
vater für Deinen Klein’n.

Wenn Du alleine bist und es doch nicht bist.
Ist die Frage, ob er wirklich richtig ist,
plötzlich bedeutend. Fehlentscheidungen
verboten, Versuchungen werden Untersuchungen,
wenn Menschen mit Kindern
versuchen einen Partner zu finden.

© Klemens Winterer

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Bildrechte und Inhaltsangabe von Ullsteinbuchverlage.de

Esst euer Eis auf, sonst gibt’s keine Pommes

Erlaubt ist, was funktioniert – hauptsache, die Kinder überleben.

Schwanger mit Zwillingen! Katja Zimmermann kann ihr Glück kaum fassen. Bald werden sie und ihre Jugendliebe eine richtige Traumfamilie sein. Bis Jonas ihr den folgenschweren Satz sagt: »Tut mir leid, das musst du ohne mich machen.« Seitdem schlägt sich Katja solo durchs Leben — mit Humor und Pragmatismus. Das »bisschen Haushalt«? Sieht die Wohnung halt aus wie nach Hurrikan Katrina. Selbstgekochter Babybrei? Es gibt doch Gläschen. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Hauptsache, alle haben eine gute Zeit. Der Alltag mit Kindern ist zwar keine romantische Komödie, aber voller absurd-komischer Momente.

Katja Zimmermann wurde 1972 in Westberlin geboren und arbeitet als freie Drehbuchschreiberin für alle Serien mit „Liebe“ im Titel. Spezialität: Hochzeitsfolgen. Boshaftigkeit oder Ironie des Schicksals?

Meine Buchbewertung:

Eine langjährige Partnerschaft und feste Beziehung geht kurz nach der Geburt der Zwillinge in die Brüche.

Was kann es scheinbar schlimmeres geben?

Über und von Alleinerziehenden handelt das Buch. Katja nimmt das Schicksal an und ist froh viel Unterstützung von ihrer Familie und der Familie des Vaters der Kinder zu erhalten. Auch die Unterhaltszahlungen von Jonas treffen immer pünktlich bei ihr ein.

Das ist meist ein besserer als es anderen alleinerziehenden Frauen geht.

In meinem Gedicht zu Beginn des Beitrags habe ich bewusst einen alleinerziehenden Mann ausgewählt. Denn auch sie stecken in dieser und ähnlichen Sitautionen drin.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

Wir waren noch nie eine Rama-Familie, und wir werden es niemals sein.

Diese Rama-Familie wird es auch nirgends ausser im TV zu sehen geben. Aber ich habe intuitiv lächeln müssen, als ich diesen Satz las.

Mich trieb etwas ganz anderes um, und zwar ein fettes Image-Problem. Alleinerziehende waren in meiner Vorstellung bemitleidenswerte Geschöpfe ohne gescheite Schulbildung und Perspektive, die von verantwortungslosen Typen ungewollt schwanger wurden.

Image ist die selbstverschuldete Zwangslage, ein Leben lang dem eigenen Ruf entsprechen zu müssen.

© Erwin Koch

So kam es mir an dieser Stelle so vor, als müsse Katja sich noch mehr beweisen. Dabei gibt sie doch schon in ihrer Mutterrolle das beste und alles für ihre beiden Kinder. Hut ab!

Ich bewundere jede Zwillingsmama. Auch Zwillingsmamas mit Geschwisterkindern. Und dann ganz besonders:

Ich bewundere alleinerziehende Zwillingsmamas

»Wie schaffst du das nur, alleinerziehend mit Zwillingen? Ich bin schon mit einem Kind und Mann überfordert.« Diese Frage bekomme ich heute noch bestimmt einmal pro Woche gestellt.

So erfährt man in dem locker erzählten Buch den Alltag der Autorin hautnah. Mit welchen Situationen hat sie am meisten zu kämpfen?

Sie berichtet von ihrem Urlaub in Spanien: Strandbesuch 1. Krankenhausbesuche 4. Mehr muss ich wohl dazu nicht mehr ausführen. Lies selbst den kompletten Uralubsbericht.

Was nervt sie und was meistert sie gut?

Ich war eine Muttermaschine, und zwar eine perfekt funktionierende. Darauf war ich auch ein bisschen stolz. Was hatte ich schon vorzuweisen?

Auch in ihre Gefühlswelt läßt sie den Leser eintauchen. Das war sehr berührend.

Während ich also tagsüber alles im Griff hatte, weinte ich nächtelang aus Liebeskummer und Trauer darüber, dass Nele und Luis ohne Vater aufwuchsen.

Als Zweifachmama mit einem Ehepartner ging mir abends oft durch den Kopf, was ich ohne meinen Mann tun würde.

Was, wenn er mich auf einmal verliesse?

Kümmere ich mich genug um meinen Mann, dass er sich bei mir noch genug geborgen fühlt?

Wie würde ich wohl zurecht kommen ohne ihn und seine Unterstützung?

Das wühlte mich doch mehr auf als ich zu Beginn des Buches dachte. Bin ich mir meiner Position in der Familie zu sicher?

Wieso haben so viele Menschen offensichtlich keine Ahnung davon, was es bedeutet, alleinerziehend zu sein? Wollen sie es etwa gar nicht so genau wissen?

Ich denke es liegt daran, während man in einer intakten Beziehung steckt, malt man sich am wenigsten den „worst case“ aus. Man hofft doch auf eine langjährige Beziehung und mit Kindern erst Recht.

Das Thema Alleinerziehend ist noch irgendwie ein Tabu-Thema.

Bevor ich Mutter wurde, hätte ich nie gedacht, wie scheißanstrengend es ist, so ein Menschlein großzukriegen. Jetzt weiß ich es und bin meinen eigenen Eltern unendlich dankbar für all die geleistete Erziehungsarbeit.

Dem kann ich nur beipflichten und auf meine Blogbeiträge „Familienalbum“ und „Kindheit“ verweisen. Eine Ode an meine Eltern.

Die Antwort auf die Frage, ob Kinder und Karriere für mich in diesem Land vereinbar sind, lautet ganz eindeutig Nein.
Man muss bereit sein, einen Teil des Verdienstes für private Kinderbetreuung auszugeben, auf gemeinsame Zeit mit den Kindern zu verzichten und sich der gesellschaftlichen Erwartungshaltung zu entziehen.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Meine Meinung dazu habe ich in einem Blogbeitrag bereits gesammelt, aber noch nicht ausgearbeitet. Viele haben das Thema Vereinbarkeit schon auseinandergepflückt. Aber jede Familie und jede Frau hat dazu eine eigene Lebensgeschichte und eigene Lebensziele, die sie erfüllen möchte. Bald erzähle ich euch bestimmt meine.

Wer all seine Energie in Streitigkeiten mit dem Partner steckt und unglücklich ist, hat wenig Kraft für die Kinder übrig und kann das Familienleben nicht genießen.

Und Kinder spüren ganz schnell wenn der Haussegen schiefhängt.

Über Streit unter Eltern konnte Herr Gaugl, ein Elternberater und Konfliktcoach, einige Fragen meiner Leser beantworten. Das war ein Highlight in meinem Blog. „Tipps bei Fragen zum Elternstreit mit Kindern

Im Buch werden auch die vielen verschiedenen Arten des Alleinerziehens beschrieben.

Auch die finanzielle und politische Situation der Alleinerziehenden wird thematisiert.

Meine Hoffnung ruht heute auf Reina Becker, einer alleinerziehenden Witwe, deren Steuersatz nach dem Tod ihres Mannes um 7 % erhöht wurde

Die sogenannte »Düsseldorfer Tabelle« ist deutschlandweit die Richtlinie für die Berechnung von Alimenten. Sie sieht als Mindestzahlung (von Unterhaltspflichtigen mit einem Nettoeinkommen bis 1500 Euro) für Kinder bis 5 Jahre 335 Euro vor, für Kinder bis 12 Jahre 384 Euro.

Sie geht gegen Ende des Buches auch auf die derzeitigen Diskussionen um den staatlichen Unterhaltsvorschuss ein. Sie nennt auch einige Blogger, die als Alleinerziehende um deren Rechte kämpfen.

All die Jahre lang dachte ich, uns fehle ein Teil, dabei waren wir längst komplett.

Ein schönes Zitat, welches sie mit ihrer Situation versöhnt erscheint.

Fazit:

Ich bekam einen wertvollen Einblick in die Welt der alleinerziehenden Katja.

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und Netgalley für das kostenfreie Rezensionsexenplar.

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