Alles inklusive – aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter #Buchtipp

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Bildrechte und Inhaltsangabe: Fischerverlage.de

Mareice Kaiser

Alles inklusive

Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter

Paperback
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-596-29606-4

»96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.« Ein Buch, das mitnimmt – in einen außergewöhnlichen Familienalltag.
Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt.

Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen.

Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. »Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der mein Kind die Kita verlassen muss, weil es zu behindert ist. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der ich dankbar dafür sein muss, wenn jemand mein Kind betreut, weil ich arbeiten möchte. Ich möchte nicht immer auf Glück angewiesen sein. Wie soll sich was verändern, wenn niemand kämpft?«

Fragen, die uns alle angehen.

Über die Autorin:

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich, mit dem sie innerhalb kürzester Zeit digitale Newcomer-Preise gewann.
Als Journalistin veröffentlicht sie Artikel zu den Themen Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf u. a. bei der tageszeitung (taz), ZEIT Online und im MISSY Magazine.

 

Meine Buchbewertung:

Das Buch hat mich sehr emotional bewegt. Als Zweifachmama von zwei gesunden Kindern macht man sich natürlich auch viele Gedanken, wie es gewesen wäre wenn eines meiner Kinder anders auf die Welt gekommen wäre.

Denn wir machten keine Nackenfaltenmessung und nur beim ersten Kind eine Fruchtwasseruntersuchung, von der ich separat in einem Beitrag noch ausführlicher schreiben werde.

Mit 35 Jahren schwanger zu sein – da läuten bei allen Ärzten die Alarmglocken. Risikoschwangerschaft. Für mich bestand damals das einzige Risiko das Geld aus der Tasche gezogen zu bekommen für sämtliche Zusazuuntersuchungen, die ich hätte machen sollen.

Das einzig damals Sinnvolle erschien mir die Fruchtwasseruntersuchung. Ein kurzer Pieks in den Bauch, an einer Stelle wo kein Baby im Ultraschall sich aufhielt. Messungen und Babykino auf einer Großleinwand inklusive. Sah alles gut aus.

Binnen 2 Tagen würden wir telefonisch eine erste Einschätzung und das Geschlecht mitgeteilt bekommen, die genauen Ergebnisse würden in 2-3 Wochen persönlich besprochen werden.

Bereits ein Tag nach der Untersuchung erhielt ich einen Anruf. Horror! Was war los?

Die Entnahme aus dem Fruchtwasser enthielt zu viel von meinen Zellen und nur wenige des Babys, so dass sie länger für die Auswertung benötigen würden. Aber das Geschlecht sei klar: Junge!

Das waren unsere längsten 4 Wochen der Ungewissheit in unserem Leben. Nie mehr möchte ich so etwas durchmachen. Denn wir haben ja alle Werte bereits gehabt, alles war normal. Warum war ich so nervös und machte mir so viele Gedanken über die „Wenn und Aber“

Sollte es eine Fehlbildung geben, wäre ich sowie so nicht in der Lage gewesen das Lebewesen abzutreiben, dass mir gerade noch aus dem Bauch auf dem Bildschirm zugewunken hat.

So ein Wunder, das es geschafft hat sich so weit in mir zu entwickeln und nicht schon aufgab wie mein Pünktchen zuvor in dr 8. SSW, verdiente es doch zu leben….

An all das wurde ich wieder erinnert, als ich Mareices Buch in den Händen hielt.

Sie berichtete von ihren Erlebnissen bei den Untersuchungen in der Schwangerschaft und von der abenteuerlichen Geburt von Greta.

Der Leser erfährt mehr über die ganzen Hindernisse, die ihr und ihrer Familie in den Weg gestellt wurden.


Mein Lieblingszitat:

Das Leben mit Greta ist unplanbar. Das Leben mit Greta ist wunderschön. Das Leben mit Greta ist traurig. Das Leben ist gut so. Das Leben ist unplanbar, Greta hat es mir gezeigt. Für immer Punk.


 

Mareice zeigt auf, wie lebens- und liebenswert es ist mit einer behinderten Tochter, die einfach da war. Ohne irgendwelchen Ansprüchen genügen zu müssen.

Sie ist stark und kämpft um die Inklusion. Sie geht mit ihrem Blog Kaiserinnenreich an die Öffentlichkeit und gibt anderen Familien Hoffnung und die Möglichkeit sich ausztutauschen.

Statt behinderte Kinder »abzuschaffen«, würde ich gern unsere behindertenfeindliche Gesellschaft abschaffen.

Fazit:

Eine tolle Erinnerung an die kleine Greta. Schön dass du da warst.

 

Vielen Dank an den S. Fischerverlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.

 

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