Kindheit ist keine Krankheit vom @kinderdok (nur empfohlen?)

 

u1_978-3-10-403324-2-38468527
Bildrechte und Inhaltsangabe: Fischerverlage.de

Michael Hauch + Regine Hauch

Kindheit ist keine Krankheit

Wie wir unsere Kinder mit Tests und Therapien zu Patienten machen

Sachbuch

Paperback

Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50

ISBN: 978-3-596-03230-3

***Ein Kinderarzt gegen Therapiewahn***

Dr. med. Michael Hauch, Kinder- und Jugendarzt mit langjähriger Praxiserfahrung, schlägt Alarm: Fragwürdige Diagnosen stellen für unsere Kinder eine akute Gefahr dar.

›Entwicklungsverzögert‹, ›hyperaktiv‹, ›sprachgestört‹: Kinder werden heute schnell als ›auffällig‹ bezeichnet und in Therapie gesteckt. Kinderarzt Michael Hauch wehrt sich gegen Erzieher, Lehrer und Eltern, die ihn mit ihren laienhaften Diagnosen zum Rezeptautomaten degradieren. Aus langjähriger Praxis-Erfahrung weiß er: Therapien und Medikamente sind in den meisten Fällen überflüssig, sie können sogar nachhaltig schaden. Dagegen möchte er die Eltern stärken, ihren Kindern zu vertrauen und ihnen die Chance zu geben, sich nach ihrem eigenen Entwicklungsplan entfalten zu dürfen.

›Vor 20 Jahren vertrauten Erzieher, Lehrer, Eltern und auch Ärzte noch darauf, dass jedes Kind sein eignes Tempo hatte. Heute gibt es von allen Seiten einen enormen Druck, wenn sich ein Kind nicht genau nach Schema entwickelt. Lassen Sie sich nicht verunsichern, sondern erfahren Sie, was für die Entwicklung Ihres Kindes wirklich wichtig ist.‹

Ein aufrüttelndes Plädoyer für eine glückliche Kindheit. Ein Buch für starke Eltern und eine vertrauensvolle Erziehung.

Über Michael Hauch + Regine Hauch

Dr. med. Michael Hauch, Jahrgang 1957, ist seit mehr als zwanzig Jahren niedergelassener Kinder- und Jugendarzt. Zuvor arbeitete er in der Kinderonkologie und Kinderneurologie des Düsseldorfer Universitätsklinikums.


Meine Buchbewertung:

Ich mag den Schreibstil und die Art vom Kinderdok. 

Er hat Erfahrung in seiner Branche und er macht einen vertrauenserweckenden Eindruck – obwohl ich ihn noch nie gesehen habe.

Dieses Buch will nicht belehren. Ich habe es geschrieben, weil ich durch meine tägliche Arbeit als Kinder- und Jugendarzt sehe, dass etwas falsch läuft in unserem Gesundheitssystem, in Kitas, Schulen und auch in den Familien.

Deshalb war das Buch ein Muss für mich zu lesen.

Jede noch so banale Auffälligkeit unserer Kinder sehen wir als riesengroßes Problem und machen daraus einen medizinischen Fall.

Und das beschreibt er sehr ausführlich in seinen ganz normalen Praxistagen.

Als Impfbefürworterin könnte mir der nichtvorhandene Hut hochgehen, wenn immer noch Kinder ungepiekst rumlaufen. Hier mein Beitrag Masern aus dem Archiv.

Das auf ein Jahr befristete Elterngeld hat dazu geführt, dass die zwölfmonatige Elternzeit inzwischen zur sozialen Norm geworden ist. Ein Jahr Elternzeit für die Frau, eventuell noch zwei Monate für den Mann. Danach geht das Kind in die Krippe, die Eltern arbeiten. Wer abweicht, muss sich oft rechtfertigen.

Dem kann ich als Hausfrau und Vollzeitmutter mit einem 4,5 und 2,5 jährigen Kind nur zustimmen. Wir bekommen es finanziell mit Abstrichen eben gerade so hin, dass ich mich voll auf die Kinderbetreuung konzentrieren kann. Dafür verzichten wir auf große Urlaube, Anschaffungen ohne hohe Priorität oder Zweitauto. Das macht unsere Vereinbarkeit aus.

„Was? Die Kleine geht noch nicht in eine Kita?“

„Und? Ab wann gehst du wieder arbeiten? Vorerst nicht? Wie hälst du das aus?“

Lauter Fragen von Bekannten, die ich wohl in einen separaten Blogbeitrag beantworten werde.

Die Mutter ist physisch anwesend, aber zugleich abwesend, weil sie mit dem Smartphone beschäftigt ist. Denn das Smartphone ist ständig in Betrieb. Nicht nur in der Praxis. Auf der Straße, während die Mutter mit der einen Hand den Buggy schiebt, hält sie mit der anderen Hand das Smartphone an ihr Ohr, auf dem Spielplatz sitzt sie auf der Bank und telefoniert, während ihr Kind Sandkuchen backt. Die Mutter ist da, emotional aber nicht anwesend.

Als Mutter, die jetzt die 40 Jahresmarke geknackt hat, kenne ich selbst eine glückliche Kindheit ohne jeglichen Handywahn. Natürlich besitze ich ebenfalls ein solches Smartphone und schrebe zu 99 % meinen Blog damit. Aber mehr davon erfahrt ihr in meinem Artikel „Smartphone vs. smarte Kinder


Das Handy sollte uns unabhängiger machen – 
dafür hängt man nun am Handy.

© Klaus Ender


 

Der Kinderdok schildert auch schön, wie es alle Eltern wohl tun. Nämlich jede kleine Auffälligkeit des Kindes zu googlen. Dabei entdeckt man all mögliche Diagnosen und wird total verunsichert. Wurde das Röcheln doch gar nicht so schlimm eingestuft, wird nun an der Harmlosigkeit gezweifelt. Dann ruft man noch 2 oder 3 Bekannte Eltern an und schildert das Verhalten des Kindes und erhält noch weitere abweichende Meinungen. Die Verunsicherung wird immer größer.

Röcheln kann also zweierlei sein, ein völlig bedeutungsloses kleines Geräusch oder eine Frage: »Bist du da?«
Jahrtausendelang haben Eltern das auch so verstanden. Sie haben einen kurzen Blick auf ihr Kind geworfen, sich überzeugt, dass alles in Ordnung war, vielleicht ein paar leise Worte gesprochen oder die Wiege ein wenig geschaukelt. Und alles war gut.

Tipp vom Dok:

Ohne Urvertrauen kein Selbstvertrauen.

Nicht alles kann durch die heutige Technik vereinfacht werden.

Bei unseren Kindern müssen wir oft einfach auch auf uns selbst verlassen. Nähe und Geborgenheit geben oft mehr als die Fahrt zum Arzt und dort 3 Stunden im Wartezimmer zu verbringen.

Vielen Eltern fällt es heute schwer, zu erkennen, dass es in der Erziehung auch Raum für Auseinandersetzung und für das Unharmonische geben muss.

Uns nicht. Wir können auch unharmonisch in unserer kleinen Familie 😉 Nicht umsonst war mal ein Elternberater und Konfliktcoach bei mir im Blog zu Gast.

Auch Juul steht zu offenen Familienkonflikten, aus denen Kinder nur lernen können, dass es nicht nur eine heile Welt da draussen gibt. Mehr dazu in meiner baldigen Rezension zu „Liebende bleiben“.

Ein anderes Thema sind die modernen Medien und die damit fehlende Bewegung der Kinder. Auch frische Luft ist Prävention.

Denn Wald, Wiese und Straße enthalten mehr »Lebendimpfstoffe«, als in jede Spritze passen. Sie schützen vor Asthma und Heuschnupfen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass sich Kinder täglich eine Stunde bewegen.

Bewegen sich deine Kinder wirklich eine Stunde am Tag oder mehr?

 

Und wie definiert man eigentlich Entwicklungsstörungen? Ab wann ist es denn wirklich nicht mehr „normal“?

 

Wem hilft Ergotherapie – und wem nicht?
Wie lernt ein Kind?

All diese Fragen werden ebenfalls in dem Erfahrungsschatz des Kinderarztes erläutert.

Schön ist auch zu lesen, warum nichtperfekte Eltern die besseren Eltern sind.

Mein Lieblingszitat:

Wenn die Kinder die Chance bekommen, ihre Persönlichkeit nach dem ihnen eigenen Bauplan und nach den jeweils ureigenen Anlagen und Neigungen zu entfalten, werden sie auch später meist helfen, unsere Gesellschaft mitzugestalten und darin Erfüllung finden.

Vielen Dank an die Fischerverlage für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

Advertisements

8 Kommentare

  1. Danke für die Buchvorstellung, das hört sich super an!
    Und auf Deinen Blogbeitrag zum Thema Kita freue ich mich schon sehr… ich bin nämlich auch eine der wenigen, die das Fähnlein zu Hause hochhalten und meine Mädels erst mit 3 in den Kindergarten gebe. 😊
    Bin gespannt!
    Liebe Grüße 🤗

    Gefällt 1 Person

  2. Wie wunderbar! Ich werde diese Buch bestimmt lesen. Ich habe vor ein paar Jahren einen wunderbaren Artikel von Michael Hauch gelesen und daraufhin die Ergotherapie für meine Tochter beendet. Er hat mir so die Augen geöffnet und mir deutlich gemacht, dass „Therapien“ nicht das Allheilmittel sind….

    Gefällt 1 Person

  3. Darf ich dich fragen wie du darauf kommst das der kinderdok und der Autor die gleiche Person sind ? Hast du da Belege für ?
    Ich meine dann wären manche Blogbeiträge doch etwas seltsam (bzw. narzisstisch)
    https://kinderdoc.wordpress.com/2015/08/28/lieber-kollege-hauch/
    https://kinderdoc.wordpress.com/2016/12/01/zehn-fragen-zu-buechern/
    Zitat aus dem Blog „10) Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?
    Ach, da gäbe es auch so viele. Um hier noch einem Sachbuch und meiner Profession die Hand zu reichen: „Kindheit ist keine Krankheit“ von Michael Hauch. „

    Gefällt 1 Person

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s