Das ganze Kind hat so viele Fehler @rowohlt

978-3-499-63221-1
Bildrechte und Inhaltsangabe: Rowoht Verlag

Sandra Schulz

„Das ganze Kind hat so viele Fehler“

Die Geschichte einer Entscheidung aus Liebe

Zerbrechen wir an dem Wissen, das wir uns gewünscht haben?
Sandra Schulz ist in der 13. Woche schwanger, als sie nach einer Blutuntersuchung einen gefürchteten Satz hört: «Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie», sagt ihr die Ärztin. «Ein Schicksalsschlag», sagt ihre Familie. Sandra Schulz denkt: Redet nicht so über mein Kind! Sie kämpft um ihre ungeborene Tochter, doch heimlich nennt sie das Wunschkind, das plötzlich keines mehr ist, eine «halbe Sache» und fragt sich, ob sie ein behindertes Kind lieben können wird.
Offen, ehrlich, emotional und berührend lässt Sandra Schulz den Leser an einer Schwangerschaft teilhaben, die alles andere als unkompliziert ist.

Meine Buchbewertung:

Ich gehörte als Schwangere mit 35 zur Risikogruppe ein behindertes Kind auf die Welt bringen zu können.

Ich hatte damals bewusst keine entsprechende Untersuchung in der Frühschwangerschaft machen lassen. Die Ergebnisse waren damals nicht genau genug. Es hätte nur eine Tendenz gegeben. Und aufgrund einer Tendenz wäre ich sehr beunruhigt gewesen – die ganze Schwangerschaft lang, aber hätte das Kind nicht abtreiben können.

Ich schreib mal irgendwann über diese Erlebnisse in der ersten Schwangerschaft in diesem Blog. Das führt jetzt hier zu weit, schliesslich will ich ja vom Buch berichten.

Bei Wikipedia lese ich unter Down-Syndrom: «Nach der pränatalen Diagnose trugen 90 Prozent der Mütter ihr Kind nicht aus.» Laut einer anderen Studie trieben sogar 94,5 Prozent der Frauen ab. Christoph sagt: «Ich wäre stolz, zu den anderen fünf Prozent zu gehören.»

So beginnt das Buch.

Man weiss genau worum es geht. Es geht um die Frage und die Gefühle einer Familie, die die Nachricht einer Trisomie in der Schwangerschaft mitgeteilt bekam und schildert die Erlebnisse und Erfahrungen damit.

Sehr gefühlvoll und sowohl aus ihrer Sichtweise als auch die männliche Ansicht ist zu lesen.

 

 

Erst mal ist die Gefühlswelt durcheinander. Aussenstehende teilen ihnen deren Meinung mit, selbst haben sie sowohl Sorgen um das Leben mit dem Kind, als auch Sorgen ohne es.

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Die größte Qual ist die Frage danach, ob ich ihr das Leben, das sie erwartet, zumuten darf. «Du bist nicht schuld», sagt meine beste Freundin Doro. «Das ist Marjas Schicksal.»

Irgendwann bringt ihr Mann es auf den Punkt. Kurz und knackig spricht er es aus: „Wir treiben doch eh nicht ab“

 

Und so bringen sie ihre Tochter Marja zur Welt.

Ein sehr bewegendes und emaotionales Buch mit vielen Beispielen wie auch das Umfeld reagiert und mit der Entscheidung der Beiden umgeht.

Das Buch kann denen Mut machen, die noch unentschlossen sind und mit ähnlichen Ängsten sich gerade herumschlagen müssen.

Fazit:

Die Entscheidung aus Liebe hätte angesichts dieser vier Diagnosen auch eine andere sein können.


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

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