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Alles halb so schlimm – Die häufigsten Fragen an den Kinderarzt und überraschend einfache Antworten

Häufig suchen Eltern bei jedem ersten Krankheitszeichen ihres Kindes sofort einen Arzt auf. Dabei wäre es meist gesünder und stressfreier, das Kind erst einmal zu beobachten und mit Ruhe abzuwarten. Angst um das kranke Kind führt eher zu Unruhe, Planlosigkeit, Überbehandlung und -diagnostik. Zeit, Liebe und Zuwendung kommen dann oft zu kurz, wären für das Kind jedoch viel wichtiger. Der Autor zeigt auf, welche Erkrankungen harmlos sind, aber auch, welche Erkrankungen einer sofortigen und konsequenten Behandlung bedürfen. Er erklärt verständlich warum ein Zuviel an Therapie schadet und was stattdessen hilft. Mit diesem Buch gibt er den Eltern das Vertrauen auf Genesung zurück und stärkt sie als Beschützer ihres Kindes.

Meine Buchbewertung:

Oft wertet man ein Wehwechen der Kinder ab mit dem Satz „alles halb so schlimm“. Aber war es das dann wirklich? Oder bauschen wir Eltern manches einfach zu viel auf?

Vor ein paar Wochen bekam meine kleine Tochter Fieber. Zuvor hatte sie etwas Husten und Schnupfen. Sie trank viel und gegessen hatte sie auch. Daher machte ich mir nicht all zu große Sorgen und liess sie sich ausruhen und viel schlafen. Nach 3 Nächten mit hohem Fieber wurde es mir aber zu gefährlich. Auch hörte sich der Husten nicht mehr „schön“ an. Ihre Augen sahen auch verändert aus.

Also schnell freitags zum Arzt. Die Praxis untersuchte sie gründlich und nahm Blut ab. Es war der Ärztin vor dem bevorstehenden Wochenende zu riskant uns mit der Diagnose „Lungenentzündung“ nach Hause zu schicken.

Wir mussten eine Woche in der Klinik bleiben mit Sauerstoffversorgung wegen mangelnder Sättigung. Ein 7 tägiges Antibiotika gab es noch oben drauf. Cortison-Inhalationen und Kochsalzlösungsinhalationen standen auf der Tagesordnung.

Eine Atemtherapie fand täglich statt und einmal besuchten uns sogar die Klinikclowns.

Hätte ich früher zum Arzt gehen sollen? Hätte ich damit einen Klinikaufentahalt vermeiden können? Aber Schlaf tut doch gut und Schonen ist auch nicht verkehrt.

Das Fieber hat sie gut weggesteckt. Nur das drumherum wurde zu viel.

Daher bin ich nun froh etwas Ermutigung und Sensibilisation durch das Buch eines Kinderarztes zu erfahren.

In der Praxis erlebe ich es nicht selten, dass Eltern mit einem Kind kommen, das seit einigen Stunden fiebert, und mir sagen: »Ich habe schon Aconitum gegeben, dann Belladonna und zuletzt Ferrum phosphoricum, aber das Fieber geht nicht runter …« Wenn das nicht falsch verstandene Homöopathie ist – und falsch verstandene Medizin!

Das ist nun wieder das andere Extram, dass die Eltern wegen jedem Ziperlein den Kinderarzt aufsuchen. Es besteht wohl ziemliche Unsicherheit bei den Eltern wie sie mit einer Veränderung bei den Kindern umgehen sollen.

Ich habe auch lange überlegt, ob wir das Hämangiom (Blutschwämmchen) unserer Tochter behandeln oder einfach lassen sollen. Es befand sich am unteren Rücken, wo die Stelle für das „Arschgeweih“ ist.

Man kann mit weithin eingesetzten Medikamenten gegen zu hohen Blutdruck, den sogenannten Betablockern wie etwa Propranolol, bei Säuglingen Blutschwämmchen, Hämangiome, verschwinden lassen. Diese an sich sehr begrüßenswerte Behandlungsmöglichkeit, die bei ausgedehnten und beeinträchtigenden Blutschwämmchen segensreich ist und andere, nebenwirkungsreiche und gefährliche Behandlungen erspart, ist zufällig entdeckt worden, als herzkranke und daher mit diesem Medikament behandelte Kinder solche Blutschwämmchen hatten und diese sich unter der Blutdruckmedikation verkleinerten. Anstatt aber mit Entsetzen zur Kenntnis zu nehmen, dass ein so weithin eingesetztes Medikament nach fünfzig Jahren noch so überraschende, tief in die Gefäßneubildung eingreifende Wirkungen zeigt, gab es nur lobende Berichte in der Fachpresse und kein einziges kritisches Wort.

 

Als meine Tochter ein halbes Jahr als war und das Schwämmchen immer weiter wuchs, gingen wir zu einem echten Fachmann und Forscher dieser Krankheit. Er überlies es uns zu handeln.

Wir ließen es mit Vereisung 2 Mal behandeln und mittlerweile sieht man nichts mehr von dem roten Fleck.

Aber irgendwelche unsicheren Medikamente hätte ich ihr deswegen nicht gegeben. Erst durch das Buch habe ich erfahren, welche Maßnahmen und Risiken manche Menschen auf sich nehmen um einen „Schönheitsfehler“ wegzumachen.

Über das Thema Globuli und die Globulisierung habe ich ja bereits geschrieben (Globuli- Medizin oder Humbug?!). Deshalb freute es mich besonders, dass auch der Autor und Kinderarzt Stellung dazu nahm.

 

Wenn die Homöopathie nicht in dem Sinne wirkt, dass spezifische Globuli in einer bestimmten Potenz nachweisbare Wirkungen erzielen – was naturwissenschaftlich unumstritten ist –, wie wirkt sie dann? Geistartig sei die Wirkung, schrieb schon Hahnemann, und so ist es noch heute. Der Therapeut macht sich ein Bild von seinem Patienten, der Patient fühlt sich in seinem Bild, seinem Selbstbild, dem Bild seiner Erkrankung, erkannt und verstanden, auch dann, wenn die wissenschaftliche Medizin für seine Symptome, und erst recht für die Summe seiner Symptome, keine Antwort haben sollte.

Meinem Kind geht es nicht gut, was können wir tun? Hierzu findet man im Buch jede Menge Hilfestellung und Beschreibung von Symptomen.

Ich weiss nicht wie es euch ergeht, aber ich sehe immer wieder, dass andere Kitakinder besser zu Hause aufgehoben wären. Im Bett. Zum Erholen. Ohne den Kitastress. Weil sie einfach krank aussehen.

Das gilt insbesondere für Kinder, die dann, weil es ihnen morgens gutgeht, in die Krippe oder in den Kindergarten geschickt werden und später abgeholt werden müssen, weil das Fieber wieder steigt. So gilt die Regel, dass Kinder nur dann wieder in die Einrichtung dürfen, wenn sie am Vorabend und in der Nacht kein Fieber mehr hatten.

 

Diese Regel kenne ich auch. Ihr auch? 24 h fieberfrei. Vorher gehts nicht in die Schule oder inden Kindergarten. Das war früher auch schon so. Tut es eurer Kinder wegen. Auch wenn euere Arbeit ruft.

Nächstes Thema: Die Ernährung. Oh ja. Das ist bei uns zu Hause auch immer wieder täglich ein großes Thema.

Wenn es bei Kindergarten- oder Schulkindern Auseinandersetzungen um das Essen gibt, sollte man sich die Frage stellen, was in Wirklichkeit dahintersteckt. Denn das Essen ist nur der Schauplatz, die Beziehungsthematik das Eigentliche, worum es geht.

Das Buch geht noch ein wichtigen Punkt durch, was haben Geschwister mit dem Kranksein zu tun?

Wie verhält sich ein Geschwisterkind, wenn das andere sehr krank ist? Wird es auch krank oder sucht es sich durch irgendwelche blöden Aktionen die Aufmerksamkeit?

Und dann greift der Kinderarzt die überaus kranken Vorschüler auf, die eine Ergotherapie bräuchten.

Mindestens ein Drittel, in manchen Städten gar die Hälfte aller Vorschulkinder macht irgendeine Therapie. Da Therapien nur bei einer »Krankheit« verordnet werden, müsste also mindestens ein Drittel aller Vorschulkinder »krank« sein, denn wenn die Verordnungen erfolgen, obwohl gar keine Erkrankung vorliegt, wären es ja Fehlverordnungen. Das heißt, jedes Kind mit einer Therapie hat auch eine Diagnose, einen Krankheitsnamen, eine Störung.

Und genauso erging es uns. Mehr dazu im Blogbeitrag: Braucht mein Kind wirklich Ergotherapie?

Die Kita schickte uns zum Kinderarzt, weil mein 4 jähriger Sohn den Stift nicht 100 % richtig hielt und nicht genug auf einem Bein hüpfte.

Ich wartete jedoch noch bis zur nächsten U-Untersuchung und lief nicht gleich Amok.

Unsere Kinderärztin konnte bis dahin eine verbesserte Stiufthaltung feststellen. Das Hüpfen blieb allerdings trotz Kinderturnen und viel Freilauf in der Freizeit vorhanden.

Jedoch könne auch das mit der Zeit noch werden.

Es folgt im Buch eine Aufzählung und Erläuterung wichtiger Krankheiten und Beschwerden.

Hierbei war mir das Thema des Einnässens wichtig und sehr beruhigend, dass man eigentlich als Eltern nichts tun kann um das Einnässen zu verhindern. Das muss vom Kind kommen. Hilfestellungen durch öfter aufs Klo schicken oder abends weniger trinken können helfen. Allerdings liegt es am Kind, den Drang unmd Willen zu verspühren auch aufs Klo zu gehen.

Hier ist der Vorschüler einfach zu faul nachts aufzustehen um Pipi machen zu gehen. Die dreijährige Schwester macht es als wäre es selbstverständlich.

Fazit:

Es gibt drei Dinge in der frühen Erziehung, über die man nicht streiten sollte: den Schlaf, das Essen und die Ausscheidungen.
Warum? Auf all diesen drei Feldern kann man einen Machtkampf nicht gewinnen, nur verlieren. So wie man den Schlaf nicht von außen erzwingen kann und den Essenskampf erschöpft verliert, fällt es schwer, den Kampfplatz Ausscheidungen als Sieger zu verlassen.


Vielen Dank an den Kösel Verlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Als blinde Mutter ist mir das Urteilen nach dem Aussehen nicht möglich. Aber irgendwann lernt man anhand der Geräusche, die ein Kind gibt, zu beurteilen, wie es dem Kind geht. Ich hatte eine ganz tolle nachsorgende Hebamme, die mir half Anzeichen von Krankheit zu erkennen. Solange es ging, habe ich meine Kinder auch mal ausfiebern lassen, oder ein krankes Kind einfach mit ins eigene Bett genommen. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man selbst ruhig bleibt. Und je größer das Kind wird, und sich artikulieren kann, desto einfacher wird es.

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    • Ja, du stehst da noch vor ganz anderen Herausforderungen. Hut ab.

      Den Kuschelfaktor sollte man nicht unterschätzen. Ich glaube nämlich auch, dass sich mein krankes Kind besser erholt wenn es viel und oft kuscheln darf.

      Lg u schöne Feiertage

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      • problematisch wird es für mich, wenn der ärztliche Notdienst mir am Wochenende ein Medikament aufschreibt, und ich nicht zur nächsten Notdienstapotheke komme, weil die in der Nachbarstadt ist, und kein Bus mehr hinfährt. ich glaube, ich mache mal einen Beitrag über dieses Thema.

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