Muttergefühle. Zwei – Neues Kind, neues Glück @muttergefuehle #Rezension

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Bildrechte und Beschreibung: Randomhouse.de

Das zweite Kind hat unsere Familie besser, fröhlicher und durchgeknallter gemacht. Und müder.

Ihr erstes Buch Muttergefühle. Gesamtausgabe spricht Müttern aus der Seele: unverblümt, selbstironisch, provokant. Nun hat Rike Drust das zweite Kind gewagt. Die Scheißangst, es zu vermasseln, ist wieder da, aber kleiner; die Romantik rund ums Kinderkriegen verblasst zugunsten eines heiteren Pragmatismus, der ruinierte Brüste und Besserwisser meistens ignoriert. Dennoch diagnostiziert sie bitter die Mutter, die sie nie sein wollte, sieht die Rente in die Teilzeitfalle plumpsen und scheitert regelmäßig am Vereinbarkeitsspagat sowie an den Erwartungen ihrer Familie, an theoretischen Erziehungskonzepten und immer wieder ihren eigenen. Aber bei allen Konflikten, die Rike Drust sucht, findet sie in ihrer Familie das Glück. Weil über allem dieser herrliche Wahnsinn, der unbändige Spaß und die bedingungslose Liebe steht. Muttergefühle. Zwei ist eine schonungslos ehrliche, lustige, wütende und dankbare Momentaufnahme einer Mutter, die mit und an ihrer Familie wächst.

Meine Buchbewertung:

Rilke Drust kenne ich bereits aus den social media und folge ihr in Twitter.

Ihr erstes Buch habe ich nicht gelesen. Umso mehr freute ich mich über die Zusendung ihres zweiten Buches über die zweite Schwangerschaft.

Als ebenfalls Zweifachmama konnte ich mich in vielen Momentaufnehmen wiederfinden und über den humorvollen Schreibstil der Autorin herzlich lachen.

Mich traute in der zweiten Schwangerschaft auch niemand anzusprechen ob es sich um eine Schwangerschaft handelt oder noch „Restspeck“ der ersten Geburt handelte.

Er wurde trotz seiner fast monumentalen Größe meist nicht weiter beachtet; selbst wenn er manchmal so ausbeulte, als würde darin eine Cartoonfilm-Katzenprügelei stattfinden. Und ich fand das alles genau genommen toll, weil ich das meiste Traraaa der letzten Schwangerschaft nicht noch einmal wollte.

Rike beschreibt ihre Lebensituation als zweifache Mutter sehr anschaulich, sie sieht sich als „Notstromaggregat“. Erledigt nur das Nötigste und hat sich nach 3 Jahren mit zwei Kindern damit abgefunden.

Wenn es schlimm aussieht, sieht es eben schlimm aus. Aufräumen dauert immer gleich lange, das schwöre ich, egal, wie viel rum liegt oder schmutzig ist. Ich habe das jahrelang ausprobiert. Und Kinder, die auch in der Woche mal fernsehen, klauen nicht automatisch Feuerlöscher, um damit Scheiben von Sanitätshäusern einzuschmeißen. Kinder, die angemeckert werden, auch nicht. Ich bin mir sicher, dass meine Kinder es verkraften, wenn ich kurz mal ganz für mich da bin, um meinen Kaffee auszutrinken, bevor ich dann ganz für sie da bin.

Das ist sehr bodenständig und in vielen Familien der Tagesablauf und kein Grund sich zu schämen.

Gerade jetzt in der Faschingszeit sind alle Mädchen wieder als „Elsa“ in einem blauen Kleidchen zu sehen. So auch unser Sonnenschein.

Da habe ich sofort an die Stelle im Buch denken müssen:

Die Kleine ging übrigens als Elsa. Ich überreichte ihr am Morgen der Faschingsparty das Paket mit dem Polyesterviech, das vermutlich auch alle anderen Mädchen der Kita tragen würden, und sie kicherte und juchzte, zog das Kleid an, drehte sich und sang »Ich lass looooos« – aber natürlich nicht wie die anderen Elsas, sondern am wunderbarsten und niedlichsten von allen. Ihr würde vermutlich auch ein blaues Handtuch reichen, das ich mit Paketband an ihr festklebe, und ein Zopf, den ich aus Papier ausschneide und an einen Haarreifen tackere.

Hach, sind nicht immer die eigenen Kinder die hübschesten Eisköniginnen? Welch tolle Erinnerungen.

Die liebe Rieke geht in ihrem Buch aber noch auf aktuelle Themen wie das Medienverhalten ihrer Kinder ein, der Aufklärung und der Rosa-Blau-Falle.

Sie beschreibt ihre Hingabe für die Familie und ihre Rücksichtnahme auf ihre eigenen Bedürfnisse.

Auch was sie über die brutale Frühförderung und Überterminierungen der Kinder hält, schreibt sie deutlich:

Und ich bin froh, dass ich aus tiefstem Herzen sagen kann: Ich will ja in erster Linie nicht, dass meine Kinder Profifußballer:in werden oder Comiczeichner:in oder Tänzer:in, sondern einfach, dass sie fröhlich sind. Und was sie fröhlich macht, können sie am besten herausfinden, wenn sie ganz viel machen. Und zwar nichts.

Der Druck und die Termine kommen noch früh genug. Dieser Meinung bin ich auch. Die Fröhlichkeit und der Spass am Entdecken steht auch bei uns im Fordergrund. Wir haben nur zwei Termine nachmittags in der Woche, der Rest wird nicht verplant und spontan mit Freunden und Familie verbracht.

Dieses Jahr habe ich ein großes Augenmerk auf den Autor und Familientherapeut Jesper Juul. Das ganze Jahr über schreibe ich über ihn, seine Zitate und Bücher. Umso mehr freute es mich auch bei Rike über Jesper Juul ein paar Zeilen zu finden.

Vielleicht verstehe ich ihn nicht richtig, aber ich mag ihn auch deshalb so. Ich habe keine konkreten Tipps von ihm bekommen, aber seine Ruhe und sein Verständnis, mit dem er von Kindern spricht, haben anscheinend auf mich abgefärbt.

Sie schreibt auch davon, was sie von Blogs und Ratgebern hält. Sie holt sich das raus, was ihr hilft und lässt das weg, was nicht zu ihr passt.

Sie geht ihren eigenen Weg und das sieht doch gut aus. Ich wünsch ihr und ihrer Familie weiterhin alles Gute.

Fazit:

Sie beschreibt sogar, dass sie in ihrem Herzen noch Platz für ein drittes Kind hätte. Hoffentlich schreibt sie dann auch ihr drittes Buch 🙂

Mir egal, weil: In meinem Herzen haben alle ihren eigenen Platz, und ich bin mir sicher, wenn sich außerplanmäßig noch jemand ankündigen würde, könnte ich jederzeit ausbauen. Liebe für alle, ey! Besser geht’s nicht!


Vielen Dank an Rike und dem Randomhouseverlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

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2 Kommentare

    • Dank dir. Ich lese gern und habe fast alles im Handy als epub. Somit komme ich in kleinen Schritten täglich auf meine Lesekosten. Mal mehr mal weniger.

      Mein Geheimnis ist auch, das ich nur das lese was mich wirklich interessiert.

      LG

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