Warum Eltern Angst vor Leo Lausemaus, Bobo Siebenschläfer und Conni haben oder sind die Bilderbücher die neuen #Erziehungsratgeber?

Es ist Mode, daß prominente Frauen Kinderbücher für Kleinkinder schreiben. Dabei würde fast jedes kleine Kind sogar dann einschlafen, wenn ihm seine Mutter aus dem Telefonbuch vorlesen würde.

© Wolfgang J. Reus


In meiner Kleinkindzeit gab es noch nicht so den Boom um die Bilderbücher.

Die Auswahl war zwar schon groß aber im Hinblick der fehlenden Medienvielfalt einfach beschränkt.

Hier gibt es einen Blogbeitrag zu meinen Bilderbüchern aus meiner Kindheit, an die ich mich noch gut erinnern kann.

Heuzutage ist so viel Material auf dem Markt und jedes Thema wird in unendlichen Serien dargestellt.

Auch die Meinungen zu den ganzen Kinderserien wie Bobo Siebenschläfer, Leo Lausemaus, Conni und Co. geht in der Elterngemeinschaft im Netz stark auseinander.

Ich habe mal ein bisschen geforscht um eure Gründe zur Ablehnung oder Empfehlung zu dokumentieren.

Hier kommt nur ein kleiner Ausschnitt der Kritiken, die ihr gern in den Kommentaren ergänzen könnt.



Josefine wettert gegen Bobo Siebenschläfer weil er in jeder Sendung friedlich einschläft. Ihr Kind schafft dies wahrscheinlich nicht so easy. Aber unsere Kinder warten schon am Schluß darauf, das der Sprecher sagt „… ist Bobo eingeschlafen“

Bei uns sind die Sendungen zur Belustigung und nicht zur pädagogischen Erziehung vorgesehen. Beide Kinder verstehen es wenn wir Eltern sagen dass es eine Geschichte ist und die Tiere nur so tun als wären sie Menschen.



Weiter geht’s mit Conni. Ja, sie kann alles, darf alles versuchen und bei ihr klappt es immer sofort. Viele Kleinkinder sehen sie als Vorbild.

Wir Eltern sehen nur immer die gleichen Outfits, die aber zum Wiedererkennungswert wichtig sind.



Nun kriegt Familie Lausemaus ihr Fett weg. Wie im wahren Leben sind wir ja alle mega tolerant, aber die Eltern von Leo Lausemaus sind natürlich die nervigsten.



Auch Alu schreibt über das Verschwinden von Leo Lausemaus aus den Kinderzimmern und rief jüngst zu einen kleinen Mäuseaufstand in der Elternbloggerszene auf.

Dabei gibt und gab es schon immer unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Büchern. So zum Beispiel von der armen Lausemaus-Familie:


My 1st Hörspiel und Kinderlieder im Auto“. Wir machen ja wirklich viel Spätgebärenden-Chichi mit und Mama bringt allerlei unsexy Mitmach-Lieder mit nach Hause. Aber wir hatten uns geschworen, einen kleinen Rest an eigener Identität und Würde zu bewahren und derartiges Kinderentertainment NIEMALS Einzug in unser Auto halten halten zu lassen. Gott sei Dank stieß das unerträgliche und pädagogisch völlig wertlose („Leo Lausemaus hat schlechte Laune“ und tanzt seiner Mutter auf der Nase rum) Hörspiel auf wenig Interesse. Der Kinderliederzug (Danke, liebe Andrea, für die schöne CD) war durchaus erfolgreich, insbesondere, wenn Mama & Papa sich dazu zum Affen gemacht haben.

Auszug aus dem Artikel von Puse the World


Nooborn formuliert es so:

Mir ist es wichtig, dass die Serien keine sexistische Kackscheiße zementieren (tschüss Lauras Stern & diverse andere), keine Erwachsenen mit echt üblen Pädagogikansichten haben (tschüss Leo Lausemaus) und nicht alle (sprechenden) Figuren weiß sind (tschüss überwältigende Mehrheit der Serien).


Juli liest erinnert sich:

Ich höre viel aus dem Kinderzimmer (auch Kassetten): Benjamin Blümchen, wie er die Schule rettet oder Herrn Tierlieb ein tolles Ostergeschenk beschert. Mir ist heute vollkommen klar, was meine Eltern an der Folge Bibi Blocksberg als Babysitter gehasst haben und was meine Kinder daran lieben. Ich habe viel Spaß, entdecke unglaublich ironisch-witzige Anspielungen in den ersten Bibi-Blocksberg-Folgen und freue mich, dass wir das teilen können. Ich bin überrascht, an was ich mich alles erinnere.

Manchmal freue ich mich aber auch über die Erfindung des Kopfhörers, um bestimmte Dinge nicht hören zu müssen. Ich bin froh, wenn ich nicht Conni, Bobo Siebenschläfer oder Leo Lausemaus hören muss. Denn auch das lieben meine Kinder und ich hätte es als Kind auch geliebt. Conni, Leo und Bobo haben bei uns Autoverbot – es gibt Höreindrücke, denen möchte ich im Auto auf keinen Fall direkt ausgesetzt sein. Ich kann sie nur schwer ertragen und es verbessert die Situation auch nicht, das deutlich zu sagen.“


Cathaunddie2rabauken:
Denn mein Kind entpuppte sich als großer Hörbuch-Fan. Wir (ich inklusive) hörten 2 Stunden Hörbücher von Leo Lausemaus. Er war so konzentriert dabei, wie ich vor 20 Jahren bei der Scream-Ausstrahlung. Hammer.


Allesinklein:
Zugegeben, gerade diesen Leo Lausemaus muss man als Eltern aushalten können. Das ist teilweise ganz schön nervig – aber die Kinder lieben diese Geschichten, ich kann es leider nicht ändern (daher: Kinderkopfhörer!!) Im Grunde ist es aber dann ja doch so, dass dieses latente Genervtsein auch gar nicht mehr verschwindet. Ich beispielsweise reagiere gerade etwas allergisch auf Bibi und Tina, diese zwei naseweisen Mädels, die gefühlt sechs Jahre alt sind, aber einen Freund (??) haben und ständig auf ihren Pferden durch die Gegend reiten.


Bei der Familie ZwischenwindelnundWahnsinn gehört die Lausemaus zum Einschlafritual normal dazu:

Ich las dem Wildfang derweil mit meiner immer noch heiseren Stimme eine Geschichte von Leo Lausemaus vor. Danach war es auch für ihn Zeit fürs Bett. Ich schaltete ihm noch ein Hörspiel an und ließ mir anschließend Badewasser ein.


Bunte Familie:

„Für die Kinder hatten wir CDs mit Kinderliedern dabei und Geschichten. Sehr bewährt haben sich die kurzen Geschichten von Leo Lausemaus, da bleibt die Aufmerksamkeit bei der Geschichte.“


Bärchenmama:

Das Bärchen hat Gefallen an Leo Lausemaus gefunden, die Geschichten sind aber auch wirklich niedlich illustriert und einfach geschrieben, sodass sie auch immer alles problemlos versteht und sich die Bilder auch selbst erklären und somit die Geschichten nacherzählen kann. Auch spielt Leo in ihrer Lebenswelt und sie kann sich gut in die kleine Lausemaus hinein versetzen. In diesem Pixi möchte Leo nicht teilen.


Jetztkochtsie:

Geguckt

Tatsächlich einige Folgen von „Leo Lausemaus„, sehr niedlich und der Große stand total drauf und ich gebe zu, ich mag Leo auch. Kann man sich gut ansehen und ist nicht so nervig, wie „Sam Feuerwehrmann“ oder „der kleine rote Traktor„.“


Grünernähen:

“ Ein Beispiel: In der Buchhandlung meines Vertrauens war ich auf der Suche nach einem schönen Vorlesebuch für unser Kindergartenkind. Ich griff zu „Leo Lausemaus will nicht in den Kindergarten“. Ich hatte schon große Lobeshymnen auf die Lausemaus-Bücher gehört. Ich blätterte im Buch – und war von der Handlung entsetzt: Leo soll in den Kindergarten, hat aber keine Lust, will bei Mama bleiben. Kann er dann auch, aber es passiert folgendes: Leos Mutter putzt, bügelt (im feinsten Hausfrauen-Outfit), quatscht am Telefon, tratscht dann wieder beim Einkaufsbummel mit anderen Frauen, kocht – und hat deshalb den ganzen Tag keine Zeit, sich um Leo zu kümmern. Und nachdem der das miterlebt hat, geht Leo am Ende doch lieber in den Kindergarten.

Ich frage mich, ob da wirklich nur ich im Jahr 2017 einen Würgereiz bekomme?!

Was sollen die Kinder hier lernen? Welches Weltbild sollen sie bekommen? Welche Geschlechterrollen und welches Familienbild sollen sie als „normal“ begreifen? Ich war fassungslos. Aber so sieht es leider in den Buchläden dieser Republik aus!“


Bineloveslife:

“ Leo Lausemaus ist unser absoluter Favorit, wenn es um neue und vor allem spannende Themen eines kleines Kindes geht. Meine Mama hat zum ersten Mal Bücher von Leo Lausemaus für Junior letztes Jahr dabei gehabt. Seit dem Zeitpunkt sind wir – oder eher auch Junior – wirklich begeistert davon. Mir persönlich gefallen die Bücher sehr gut, weil sie einfach schön geschrieben und niedlich bebildert sind.

Leo erlebt sicherlich ähnliche Dinge, wie Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren. Besonders schön sind die Bücher auch um das Thema Kindergarten. Denn Leo Lausemaus möchte einfach nicht in den Kindergarten.


Welche Alternativen gibt es aber dann noch?

Sndr hat hierzu aktuell bei Twitter aufgerufen:



Mein Fazit :

Jedem das seine. Geschmäcker sind nun mal verschieden.

Meiner Meinung nach steht jedoch bei solchen Sendungen der Spaß im Fordergrund – und zwar der der Kinder.

Bachelor, GNTM oder Dschungelcamp gehören schliesslich auch nicht zu den Wissenschaftsendungen und einigen gefällt das gut und die anderen wundern sich darüber.

That’s TV.

Und was für Bücher/Filme kommen euren Kindern in die Hände? Wie seht ihr den Zusammenhang von Bilderbuch und Kindererziehung?

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16 Kommentare

  1. Letztendlich suchen die Kinder sich das raus, was ihnen am besten gefällt. Und Leo Lausemaus wird hier heiß und innig geliebt. Mein Sohn wünscht sich immer wieder neue Bücher oder Hörspiele. Natürlich gibt es da Geschichten, die nicht so sind, wie man es von Kinderbüchern erwarten würde – eben zum Beispiel die, wo Leo sich versteckte und die Mama ohne ihn heim ging. Aber an solch einer Stelle liegt es dann an uns, unserem Kind zu erklären, das wir als Eltern niemals so handeln würden und es niemals allein lassen würden. So sehe ich das. Es liegt halt auch viel daran, was wir als Eltern daraus machen.

    Liebe Grüße
    Nadine

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  2. https://polldaddy.com/js/rating/rating.jsEin spannendes Thema.
    Das wichtigste ist hier für mich zunächst zwischen Büchern und Serien bzw. Filmen zu unterscheiden.
    Leo haben wir bisher noch nichts, aber bei Büchern bin ich weitaus toleranter als bei anderen Medien.
    Weil ich es toll finde, das Bücher geliebt werden. Innig und heiß. Und wenn es Bobo sein soll oder mein Hass-Pixie Buch, dann ist es eben so.
    Und wie Dienna schon sagte, die Kommunikation mit dem Kind macht viel her. Und es gibt neben diesen Büchern ja noch tausend andere. In unserem Fall gefühlte 3000 über Autos und Fahrzeuge und noch eine Handvoll anderer. Und wenn wir wieder Tage lang nur Auto Bücher gelesen haben, dränge ich dem Kind auch gerne mal den Bobo auf. Um endlich Mal wieder was anderes zu lesen. Aber am wichtigsten: es wird gelesen.
    Bei Serien etc. sehe ich das differenzierter und ist gerade heißes Thema bei uns. Mal sehen wie sich das so entwickelt, das wird sich noch zeigen. Aber wenn Serien geguckt werden schalte ich gerne auch Mal ab, ich bin ja am Prozess nicht beteiligt. Und dann fällt leider auch die nötige Kommunikation oft weg. Oder sie fällt sehr kurz aus.

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    • Das ist echt spannend. Bei uns sind Bücher intensiver als TV. Bei Büchern glauben meine Kinder eher dass es echt ist als in einer Geschichte im Fernsehen. Wir schauen allerdings nur bei Krankheit oder kurzes Abendprogramm TV streaming. lg

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    • danke, liebe Alu für deinen Hinweis.

      Diskutieren ist gut. Manches kann man allerdings auch totdiskutieren. Da halte ich einen einfachen Austausch und Akzeptanz anderer Meinungen für angebrachter. lg

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