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Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

Gelassen durch die Jahre 5 bis 10

Will das Kind JETZT schon ausziehen – mit 6? Zu Hause hat es eine große Klappe, aber in der Schule ist es schüchtern und still? Keine Frage: Die Jahre 5 bis 10 stellen Eltern vor vielfältige Herausforderungen.
Die Autorinnen des größten Elternblogs Deutschlands helfen, liebevoll und nervenstark zu erziehen statt Stress und Strafen den Alltag zu überlassen. Sie geben Tipps für ein gelassenes Hinführen zur Eigenverantwortung der Kinder, z. B. beim Essen, sowie zu Empathie, Respekt und Durchhaltevermögen. Es lohnt sich, die Herausforderungen dieses immens wichtigen Zeitfensters der Erziehung aktiv anzunehmen. Denn hier werden die Grundlagen für eine stabile Persönlichkeitsentwicklung und eine »verträgliche« Pubertät gelegt. Persönliche Berichte und überraschende Einblicke in das kindliche Denken und Fühlen sorgen für ein entspanntes Familienleben, in dem die Bedürfnisse aller Familienmitglieder erfüllt werden.

Meine Buchbewertung:

Nach dem ersten Buch musste ich natürlich auch den zweiten Teil lesen. Schliesslich wird mein Großer bald sechs und fällt genau in die im Buch angesprochene Zielgruppe.


Der Lebensabschnitt zwischen dem fünften und zehnten Geburtstag ist ideal, um unseren Kindern wichtige soziale und gesellschaftliche Regeln zu vermitteln. Die Voraussetzungen dafür sind in diesem Alter bereits im Gehirn angelegt: die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel, Impulskontrolle, Empathie, Selbstberuhigungskompetenzen und ein schon gut arbeitsfähiger präfrontaler Cortex.


Jetzt gehts los mit den Regeln!

Und das sind nicht wenige. Mein Sohn kam letztens auf mich zu.

„Mama? Weißt du? Jeder will irgendwas anderes von mir. Bei der Kooperationslehrerin für die Vorschüler soll ich mir Liedtexte merken, im Kindergarten bastel ich meine Schultüte selbst, die Erzieherinnen achten auch immer mehr auf irgendwelche Regeleinhaltungen und ihr findet auch noch immer was, dass ich beachten muss.

Das ist ganz schön anstrengend“

Das war so mein Alarmsignal, dass er mehr Ruhepausen benötigt um nicht voll auszuticken.

Schön fand ich die Offenheit das mir eigenständig mal abends beim Zubettgehen mitzuteilen.


Bedürfnis- und beziehungsorientierte Eltern sagen ihren Kindern klar, was sie sich wünschen, und oft auch, wie sie sich gerade fühlen, und dann vertrauen sie darauf, dass die Familie nach einer kurzen Wartezeit eine gemeinsame Lösung finden wird. Und das klappt in den meisten Fällen! So erstaunlich es klingt, es funktioniert wirklich ganz ohne Belohnung und Strafe.



Ich glaube so handelt erst mal jede Familie, egal welcher Erziehungsstil dahinter streckt.

Das stößt mir etwas in dem Buch auf, dass immer die bedürfnisorientierten Eltern alles besser/richtig machen würden.

Ich halte mich zum Beispiel auch für eine bedürfnisorientierte Mama, die aber auch einige Umgangsregeln fordert.

Eine offene Kommunikation mit allen Familienmitgliedern ist uns sehr wichtig.

Auch ein paar Umgangsregeln konsequent einhalten bedeuten für uns das Lernen von Kompromissen, Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme.


Eltern glauben, beste Freunde ihres Kindes sein zu müssen. Sie wagen nicht, ihm zu widersprechen

David Eberhard


Zu diesen Eltern gehören wir nicht. Vielleicht würden einige behaupten dies läge an unserem reifen Alter.

Nicht autoriär aber auch nicht antiautoritär – erst durch das Buch „Lasst die Kinder los“ weiss ich welchen Erziehungsstil wir eigentlich leben, nämlich überwiegend den autoritativen.


Die autoritative Erziehung gestaltet sich dagegen eher wie ein angeleitetes Spiel nach Regeln. Es gibt einen oder zwei Trainer – die Eltern –, die die Regeln kennen und darauf achten, dass die Mitglieder der Mannschaft, also die Kinder, diese Regeln einhalten, damit alles fair und ohne Streit abläuft. Sie haben also eine höhere Position inne als die Spieler. Diese Position begründet sich darauf, dass sie älter und weiser sind. Immerhin haben sie schon fast ein halbes Leben hinter sich. Sie haben gute und schlechte Erfahrungen auf ihrem Weg gesammelt, und es wäre eine Vergeudung von Lebenszeit und Ressourcen, Erfahrungen nicht an den Nachwuchs weiterzugeben, so wie es ein guter Trainer nun einmal macht.


Das Zitat belegt das Schubladendenken und gibt der autoritativen Erziehung ein negativen Touch, der sie meiner Meinung nicht verdient.


Da bedürfnis- und beziehungsorientierte Elternschaft wie freies Spielen ist, kommunizieren nun alle Familienmitglieder solange miteinander, bis sie einen Kompromiss finden.Die Eltern könnten zum Beispiel sagen: »Wir haben euch mehrmals um Ruhe gebeten, doch ihr habt nicht aufgehört. Daran merken wir, dass ihr wirklich gerade nicht leise sein könnt. Sonst hättet ihr unseren Wunsch erfüllt. Wir beide sind aber ziemlich kaputt und haben Ruhe nötig. Was könnten wir tun, damit wir alle das bekommen, was wir brauchen?«


Boah, meinen die Autoren das echt ernst?

Wenn du Ruhe haben willst, diskutierst du so lang rum bis alle Kinder vor Zorn schreien und erst recht keine Ruhe einkehrt? Hut ab!

Ich geh dann mit beiden auf einen Spielplatz – nennt sich Kompromiss – denn der Mann kann sich dann ausruhen, die Kinder sich auspowern und ich etwas auf dem Spieli entspannen.


Das ist weder autoritativ oder bedürfnisorientiert – das ist menschlich


Auch bei der Unterscheidung von Regeln und Struktur bin ich leider nicht gleicher Meinung wie die Autoren.

Zum einen bedeuten Regeln und Richtlinien nicht zwangsläufig Struktur. Ein Tag ist schon strukturiert, wenn klar ist, dass morgens aufgestanden und sich angezogen wird, es dann zum Kindergarten oder zum Spielplatz geht und am Abend wieder ins Bett gegangen wird. Selbst wenn es ansonsten für das Kind keinerlei Regeln gäbe, wäre der Tag dennoch strukturiert.


Für mich persönlich mischen sich Regeln und Struktur. Ich muss Regeln mit den Kindern verhandeln – nicht vorgeben! – um sie nach und nach strukturiert ablaufen zu lassen. Wie findet ihr das?


Halten wir also fest: Wirkliche Bedürfnisse sind davon gekennzeichnet, dass alle Menschen in allen Kulturen sie haben. Das liegt daran, dass echte Bedürfnisse biologisch in unserem Gehirn verankert sind. Werden sie befriedigt, löst das Belohnungssystem unseres Gehirns ein Hormonfeuerwerk aus. Wir fühlen uns dann gesund, glücklich und lebensbejahend.


Das ist mir zu Wischiwaschi. Es gibt ein tolles Buch „Meine Bedürfnisse – deine Bedürfnisse“. Das stelle ich euch auch noch vor. Ich hoffe ich vergesse die Verlinkung nicht.

Da ist ausführlich zu Bedürfnissen einiges erläutert, dass ich wichtig finde um überhaupt von einem „bedürfnisorientierten Leben“ zu sprechen.

Die Liste von Dingen, die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren dürfen sollten fand ich gut. Viele Eltern wissen gar nicht was sie alles ihrem Kind zutrauen können und kriegen dadurch ein gewisses Gefühl dafür.

Auch Essen ist so eine Sache. Da hat mich beruhigt dass die Autoren das Zitat von Renz-Polster gefunden haben, in dem mit etwa acht bis zwölf Jahren die Kinder wieder experimentierfreudiger werden und nach und nach bis dahin abgelehnte Lebensmittel probieren.

Da finde ich das Buch Essen Kommen (Link führt zum Blogbeitrag der Buchvorstellung) von Jesper Juul ganz gut zur Ergänzung.

Auch eine passende Gesprächsführung mit den 5-10 jährigen Kindern ist wichtig. Das greift das Buch ebenfalls auf und beschreibt die alte Sender-Empfänger-Nummer zum aktiven zuhören.

Schöner Satz aus dem Buch „Sag mir mal…“ (Link führt zum Blogbeitrag zur Buchvorstellung):

Die Kunst für den Erwachsenen liegt darin, zu akzeptieren, dass Kinder nicht immer alles falsch sehen, wenn sie es anders sehen als die Erwachsenen, sondern hinzunehmen, dass Kinder anders schauen.


Als Beispiel dazu aus meiner Familie:


Mein Großer starrt die Milchflasche beim Frühstück an. Ich sah ihm zu.

Er irgendwann energisch: „Ich hab doch durst. “

Ich fragte ihn ob ich ihm Milch einschenken soll.

Er: „na klar, ich warte schon so lang darauf.“


Kindern ist nicht immer klar, dass Erwachsene nicht wissen, was gerade in ihnen vorgeht. Egozentrismus hängt mit einer begrenzten Selbst-Anderer-Wahrnehmung zusammen.

Das zweite Buch hätte ich mir besser nicht gewünscht. Es kam mir so erdrückend und fordernd vor. Nachdem ich das erste Buch bereits kritisch gelesen habe stieß mir natürlich einiges mehr im Folgebuch auf.

Hier noch mal meine Buchbewertung des ersten Buches (Link führt zum eigenen Blogbeitrag zu der Buchvorstellung).


Das Buch habe ich mir aus der örtlichen Bücherei ausgeliehen. Vielen Dank für die Bereitstellung.

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