#Geschwisterstreit oder #Seelenkinder und wie sie in ihrer Familie wirken #Gastbeitrag @koeselverlag @bloggerportal

Als Gastbeitrag habe ich mir heute die liebe Sereina Heim eingeladen.

Sereina Heim, 1982 geboren, studierte Pädagogik an der Universität Zürich und ist in eigener Praxis als Familientherapeutin tätig. Sie ist seit ihrer Kindheit hellsichtig und absolvierte eine Ausbildung in Medialität und geistigem Heilen. Zudem machte sie eine Weiterbildung in Pränataltherapie nach St. John sowie ein Intensivseminar bei Bert Hellinger zum Geistigen Familienstellen. Sie lebt und arbeitet in Luzern.

Das fand ich so interessant, dass ich sie bat über das bei uns immer aktuelle Thema „Geschwisterstreit“ zu schreiben.

Zudem ist sie Autorin des erst vor kurzem erschienen Buches „Seelenkinder“. Eine kurze Beschreibung und meine Bewertung folgt am Ende des Textes.

Nun freue ich mich auf die Ausführungen von Sereina:


 

Geschwisterstreit

Geschwister lieben sich und sie streiten sich. Das kennen alle Eltern und es ist an sich noch kein Grund zur Beunruhigung. Nun gibt es aber Geschwister, die übermäßig häufig und auch übermäßig heftig miteinander streiten. Dann lohnt es sich – neben den bekannten pädagogischen Hilfestellungen und erzieherischen Tricks natürlich – etwas genauer hinzuschauen.

Es gibt etwas, was jedem Streit zu Eigen ist: Es geht immer um die Frage, wer wichtiger ist. Egal, ob es vordergründig darum geht, wer angefangen hat oder wer das größere Kuchenstück bekommt oder wer entscheiden darf, was gespielt wird. Hinter jedem Streitthema verbirgt sich die Suche nach der Bestätigung der eigenen Wichtigkeit. Das ist übrigens auch bei Streit unter Erwachsenen so, aber das würde hier zu weit führen…

Die Kinder möchten spüren, dass sie wichtig sind. Sie möchten, dass man ihnen ihren Platz in der Familie zugesteht und sie ernst nimmt. Schlussendlich möchten sie sehr häufig einfach die Aufmerksamkeit der Eltern. Doch auch wenn die Eltern es schaffen, die Aufmerksamkeit gerecht unter den Kindern aufzuteilen, kann es sein, dass die lieben Kleinen immer noch weiter streiten. Sie versuchen mit aller Macht die Hierarchie unter den Geschwistern zu klären. Wer ist größer, stärker, braver, kreativer oder einfach lauter?

Für Kinder ist es sehr wichtig, dass sie die Hierarchie innerhalb der Geschwisterreihe kennen und spüren. Nur so fühlen sie sich in der Familie sicher.

Nun kann es sein, dass die Geschwisterreihenfolge durcheinander gekommen ist. Nämlich dann, wenn es in der Familie eine Fehlgeburt oder Abtreibung gab und die Eltern sich nicht bewusst sind, wie wichtig dieses verlorene Kind für die ganze Familie ist. Kann ein Kind nur wenige Wochen der Schwangerschaft überleben, so geschieht es oft, dass die Eltern danach nicht realisieren, dass dieses Kind einen festen Platz im Familiengefüge hat.

Ein Beispiel: Familie Bauer erwartet das erste Kind. In der achten Schwangerschaftswoche kommt es zu Blutungen und in der Folge zu einem Abort. Ein Jahr später erwartet die Familie ihr zweites Kind, Sophie. Als zwei Jahre darauf auch noch ein gesunder Junge, Felix, zur Welt kommt ist das Familienglück perfekt. Im Alltag heißt das für Familie Bauer Folgendes: Sophie ist die Erstgeborene, die Nummer eins, und Felix ist der Zweitgeborene, folglich die Nummer zwei.

Aber so ist es nicht. Die Nummer eins ist das Kind, das im Mutterleib nicht weiterwachsen konnte und deswegen gestorben ist. Es weilt nicht unter den Lebenden und doch ist das Seelenkind die klare Nummer eins. Sophie gehört auf den zweiten und Felix auf den dritten Platz.

Eine ganz typische Folge dieses Vergessens des Seelenkindes ist, dass Sophie und Felix andauernd miteinander streiten, weil sie versuchen, die Reihenfolge richtig zu stellen. Es kann sein, dass Felix spürt, dass Sophie der erste Platz nicht zusteht und er sie deswegen dauernd ärgern muss.

Die Eltern können den Streitereien entgegen wirken, indem sie den Kindern von dem früh verstorbenen Kind erzählen. Damit die Kinder die richtige Reihenfolge kennen und sie nicht jeden Tag durch heftiges Streiten vergeblich versuchen müssen, die Hierarchie zu klären.

Es ist tatsächlich so, dass diese früh verstorbenen Kinder, ich nenne sie Seelenkinder, einen großen Einfluss auf ihre Familie haben, wenn sie nicht als vollwertiges Mitglied in die Familie aufgenommen werden. Seelenkinder sind Kinder, mit denen wir nicht unser Leben teilen können, weil sie zu früh wieder gehen mussten. Trotzdem bleiben sie unsere Kinder. Durch den Akt der Zeugung wurden sie ein Teil dieser Familie, daran kann auch der Tod nichts ändern. Leider ist uns das viel zu wenig bewusst. Werden die Seelenkinder hingegen liebevoll in die Familie integriert, so entwickelt sich ein harmonisches Miteinander.


Auch wir haben ein Seelenkind. Ich berichtete schon in einem Brief „Was ich dir noch sagen wollte oder Pünktchen ich vermisse dich“ über unser erstes Kind.

Ob dies allerdings der Auslöser für manche Streitigkeiten ist, glaue ich nicht. Dafür sind die beiden noch zu klein. Und so wirklich Konkurrenzkämpfe finden bei uns nicht statt. Das ist bei der Kombination Junge – Mädchen meiner Meinung nach etwas entspannter als bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern.


Nun aber zum Buch „Seelenkinder“, das mir die Autorin Sereina kostenfrei zur Verfügung stellte.

 

Seelenkinder und wie sie in ihrer Familie wirken von Sereina Heim
Bildrechte und Beschreibung: Kösel Verlag

Wenn Kinder unter Schlafproblemen, ADHS oder extremen Wutausbrüchen leiden, kann es eine Ursache geben, deren Bedeutung bisher nicht erkannt wurde: In der Familie gibt es ungeborene Geschwister, sogenannte Seelenkinder, die ihren Platz im Familiensystem suchen. Diese ungeborenen Seelen werden meist vergessen und emotional nicht in die Familie integriert. Die dadurch entstandene Lücke führt zu Spannungen, die sich auf das Verhalten der lebenden Kinder auswirken kann. Werden die Seelenkinder symbolisch und liebevoll angenommen, lassen sich viele Kinderkrisen ganz einfach lösen.

Dieses Buch liefert Erklärungen und Lösungen für auffällige Verhaltensweisen von Babys und Kindern und geht auf die spirituelle Dimension des Familienlebens ein.

Meine Buchbewertung:

Seelenkinder bezeichnet die Autorin frühverstorbene Fehlgeburten. Den Ausdruck  „Sternenkinder“ findet sie nicht passend oder eher negativ ausgedrückt.

Wir haben auch ein Seelenkind und es zeigte uns, dass ich fähig war überhaupt Kinder zu bekommen. Denn lange und vergeblich versuchten wir schwanger zu werden.

Erst durch mein Pünktchen wurde dies wahr und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich verstehe es als Zeichen der Hoffnung und ein wichtiger Teil in meinem Leben.

Das Buch greift ebenfalls das Schreiben eines Briefes an das Seelenkind auf.

In jedem Abschnitt findet man „Die Botschaft des Kindes“ und einige Übungen für die Familie.

Fazit:

Sehr spirituell und meditativ.

 

Was meinst du dazu? (Mit Absenden von einem Kommentar wird deine IP-Adresse und deine Email-Adresse gespeichert. Hiermit weise ich dich nach der neuen Datenschutzverordnung ausdrücklich darauf hin. Eine Einwilligung passiert beim Sendendes Kommentars. )

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s