Damit aus kleinen Ärschen keine großen werden
 – Warum Eltern
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9783466310937

Hans-Otto Thomashoff

Damit aus kleinen Ärschen keine großen werden Warum Eltern die besten Vorbilder sind
Mit einem Vorwort von Joachim Bauer

Auf der Basis der modernen Hirnforschung zeigt Hans-Otto Thomashoff mit zwölf anschaulichen Fallbeispielen, wie Eltern ihren Kindern gute Vorbilder sein können.

Das menschliche Gehirn lernt in erster Linie aus der erlebten Erfahrung. Übertragen auf die Erziehung von Kindern heißt das: Alles, was Kinder bei ihren Eltern erleben und erfahren, prägt ihr eigenes Denken und Handeln. Ist Eltern daran gelegen, dass ihre Kinder ein glückliches und erfolgreiches Leben führen, sollten sie deshalb vor allem darauf achten, ihnen entsprechende Werte und Verhaltensweisen vorzuleben – in der Zeit mit Babys und Kleinkindern ebenso wie mit Grundschulkindern und Jugendlichen in der Pubertät.

Meine Buchbewertung:

Der Soll-Zustand lautet: Wir wollen glückliche Kinder, die als Erwachsene gut im Leben zurechtkommen.
Aber paradoxerweise haben wir als Ist-Zustand: Wir bekommen immer mehr nervliche Wracks oder verwöhnte Schnösel und sehen uns immer deutlicher mit der Angst konfrontiert, dass unsere Kinder am Leben scheitern könnten. Und gar nicht selten passiert das leider auch.
Warum ist das so? Wie kommt es zu dieser unglücklichen Entwicklung? Der Grund dafür ist erfrischend einfach. Er erklärt sich aus der Art, wie unser menschliches Gehirn und damit auch das Gehirn unserer Kinder funktioniert, genauer gesagt, wie es lernt: Es lernt nämlich vor allem aus der erlebten Erfahrung. Das heißt, unsere Kinder lernen das, was wir ihnen als Eltern vorleben. Wohlgemerkt, was wir ihnen vorleben und nicht, was wir ihnen vorbeten. Und dann machen unsere Kinder es nach. Entweder kopieren sie unsere Eigenschaften und Marotten, oder aber sie machen das genaue Gegenteil. Je nachdem, ob ihr Gefühl das Vorgelebte als passend oder als unpassend einordnet. Das geschieht unbewusst und unwillkürlich, eben vom Gefühl her und deshalb pauschal. Ob Nachmachen oder das Gegenteil davon: In jedem Fall orientieren sich die Kinder an dem Vorbild, das wir ihnen Tag für Tag bieten. Live und in Farbe.

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Warum eigentlich setzen wir uns in der Erziehung so unter Druck? Warum fällt uns heutzutage eine der natürlichsten Sachen der Welt so ungemein schwer? Mir scheint, die Antwort ist ganz einfach: weil wir Eltern unsere eigenen Gefühle ausblenden, ihnen nicht mehr vertrauen und nicht gelernt haben, sie, wo nötig, bewusst und gezielt zu steuern. Und so übersehen wir, dass unsere Kinder sich eben nicht an Ratgeber oder pädagogische Prinzipien halten. Nein, sie machen, wie geschildert, einfach das nach, was wir ihnen vorleben: unser von Gefühlen geleitetes Verhalten.

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Das Angebot dieses Buches lautet also: Lassen Sie uns, liebe Leserinnen und Leser, gemeinsam in den Spiegel hineinblicken. Ganz aufrichtig und ungeschminkt und – keine Sorge – auch nicht ohne Augenzwinkern.

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Das Faszinierende an Kindern ist, dass sie sämtliche, aber auch wirklich sämtliche Gefühle aus uns herauslocken. Das bedeutet: Wenn uns unsere Kinder gelegentlich so richtig wütend machen, dann ist das ganz normal. Das kommt in den besten Familien vor. Wenn das passiert, ist es wichtig, dass wir uns diese Wut eingestehen. Offen und ehrlich. Und dass wir dann unseren Kindern erklären, was gerade los ist. Denn nur, wenn wir ehrlich sind, zu uns selbst und zu ihnen, wissen unsere Kinder, woran sie sind. Dann lernen sie uns und auch sich selbst im Laufe der Zeit immer besser kennen. Nur dann sind wir für sie ein lebendiges und brauchbares Vorbild. Das funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen, denn Lernen braucht Wiederholung. Und das klappt auch nicht immer. Aber keine Sorge, das wird schon!

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Damit das Gehirn allerdings sein Sammeln und Sortieren bewältigen kann, müssen sich bunte Reize und Ruhephasen abwechseln. In welchem Rhythmus und Ausmaß, das ist individuell ganz verschieden. Was für jedes einzelne Kind – und damit auch für unser Kind – das Richtige ist, das steht deshalb in keinem Ratgeber. Schließlich gilt auch bei Kindern: Jedes ist anders.
Um herauszufinden, was für unser eigenes Kind das Richtige ist, brauchen wir deshalb unsere Intuition. Wir müssen uns in unser Kind hineinversetzen und erkennen lernen, welche Signale es an uns sendet. Damit das klappt, sollten wir unsere eigenen Bedürfnisse an unser Kind kennen und hintanstellen. Suchen wir Bestätigung in unserer Elternrolle? Brauchen wir Aufmerksamkeit von unserem Kind? Soll es uns die Bestätigung geben, die wir vielleicht sonst nicht genug bekommen? Oder wollen wir insgeheim vielleicht selber gerne immer noch Kind sein

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Einfach gesagt: Je mehr unnötigen Stress wir haben, desto schwieriger ist es für uns, gute Eltern zu sein. Also sollten wir dafür sorgen, dass wir bewusst unseren Stresshaushalt überschaubar halten, soweit das heute möglich ist. Erst recht gilt das für den Stresshaushalt unserer Kinder. Denn für den sind weitgehend wir Eltern verantwortlich.

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Dabei hilft es, wenn wir mit unserem Kind gemeinsam üben, seinen Blick auf seine inneren Zustände zu richten. Etwa um seinen Schlaf zu fördern, abends beim Zubettgehen, als Teil des dazugehörigen Rituals. Indem wir mit ihm gemeinsam wahrnehmen und beschreiben, wie es sich im Detail anfühlt, müde zu sein. Was unser Kind dabei alles spürt. Wie seine Arme und Beine schwer, seine Atmung und sein Herzschlag ruhiger werden und schließlich langsam seine Augen zufallen.

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Zugleich sollten wir Eltern klar und deutlich sagen, dass wir jetzt gerne einige Stunden für uns allein hätten. Auch wir Eltern haben Bedürfnisse und Wünsche, ganz so wie unser Kind und jeder andere auch. Wenn unser Kind das nicht respektiert, wenn es sich weigert und wütend wird, dann sollen wir ihm sein Gefühl spiegeln. Ihm also zugestehen, dass es das jetzt vielleicht gemein findet und wütend ist. Aber dass wir, auch wenn wir ihm dieses Gefühl zugestehen, dennoch bei unserem Wunsch nach Zeit für uns selbst bleiben. So wie wir oft auf seine Bedürfnisse Rücksicht nehmen, so können wir auch erwarten, dass es jetzt einmal auf unsere Wünsche Rücksicht nimmt.

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Eben weil wir Gefühle teilen und dadurch auflösen können, sind Beziehungen auch ideal dafür geeignet, Stress abzubauen. Wenn wir sie denn dazu nutzen. Wenn nicht, wenn wir unser Bindungssystem und damit den positiven Effekt, den es auf unser Wohlbefinden hat, vernachlässigen, dann bleiben unserem Gehirn nur die beiden Belohnungssysteme als Quelle, um uns Glücksgefühle in unserem Leben zu verschaffen.

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Wieder gilt: Gut genug ist gut genug. Niemand ist perfekt. Wenn wir unseren Kindern eine glückliche Partnerschaft vorleben mit ihren gelegentlichen Höhen und Tiefen und ihnen dieses Vorbild als Grundlage für ihr eigenes Leben mitgeben, dann sind wir als Eltern eindeutig auf dem richtigen Weg. Wohin genau die Reise unserer Kinder in ihrem eigenen Leben gehen wird, das entscheiden sie sowieso irgendwann selbst. Unsere Aufgabe als Eltern beschränkt sich darauf, ihnen eine gute Grundlage dafür mitzugeben, dass sie später ihre eigenen Erfahrungen sammeln können.

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Unsere Aufgabe als Eltern besteht also auch in der Pubertät unserer Kinder vor allem darin, dass wir in den ruhigen Phasen für echtes Verständnis und für Sicherheit sorgen als Grundgefühl, das selbst dann stabil bleibt, wenn es gelegentlich hoch hergeht. Je ehrlicher wir dabei vorleben, dass unser eigener Lebensentwurf passt, desto besser können wir brauchbares Vorbild sein und so unseren Kindern dabei helfen, ihren eigenen Weg ins Leben zu finden. Entscheidend dabei ist es, ihnen beizubringen, wie man konsequent auf ein Ziel zusteuert, indem man sich von der eigenen Begeisterung motivieren lässt und Schritt für Schritt vorankommt. Selbst wenn dazu Geduld gefragt ist

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Ja, in der Pubertät kommt es sogar zeitweilig zu einer Aktivitätsminderung im Großhirn. Der Verstand wird auf einmal wieder zurückgefahren, den triebhaften Impulsen zuliebe. Die Hirnforschung bestätigt, was die Alltagsbeobachtung lehrt: Im Rausch der Hormone regen sich zwar erwachsene Interessen, aber zugleich wird noch einmal viel Kindliches an die Oberfläche gespült.
Noch einmal sind wir Eltern richtig gefordert, brauchbares Vorbild zu sein, unseren Kindern vorzuleben, wie das Leben geht. Wozu wir uns natürlich bei uns selbst auskennen sollten. Dann werden unsere Kinder ganz von selbst in unsere Fußstapfen treten, sofern sie sie als brauchbar erleben. Doch selbst wenn sie uns als Modell ablehnen und so ganz anders werden wollen als wir, können wir ihnen bei ihrem Weg ins Erwachsenendasein helfen, indem wir ein offenes Ohr für sie haben und indem wir vor allem ihre Gefühle verstehen, ihre Unsicherheiten, ihre Wünsche und Sehnsüchte, ihre Sorgen und Ängste. Auch jetzt noch teilen wir ihre Gefühle, indem wir sie spiegeln und verstehen. So wie schon damals, als sie noch ganz klein waren.

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Vielen Dank an den Köselveralg und dem Bloggerportal für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

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