Mein Jahr 2018 mit #JesperJuul – Still und stark #Rezension

Zitat Jesper Juul, Quelle: Familienkalender 2018 Kösel Verlag

 

Passend zu diesem heutigen Zitat des Familientherapeuten habe ich mich gefragt ob meine Kinder eher introvertiert oder extrovertiert sind. Das kann sich im Leben doch auch ändern, oder?

Hast du dich auch schon mal gefragt, welche Eigenschaften dein Kind hat und wenn du mehrere Kinder hast, welche Unterschiede es bei den beiden/mehreren gibt?

„Ein markanter Unterschied zwischen introvertierten und extravertierten Personen ist, dass sich der Introvertierte nach längerer Dauer ohne Zeit für sich selbst im Gegensatz zum Extravertierten energielos und ausgesogen fühlt. Daher bevorzugen introvertiert geprägte Menschen oft eine ruhige Umgebung, wie z. B. die eigene Wohnung, Bibliotheken, Parks, Wälder etc. Oft nutzen Introvertierte auch ihre Wochenenden und ihre Freizeit, um sich zu erholen, indem sie je nach Möglichkeit so viel Zeit wie möglich allein oder mit engen Freunden und Bekannten verbringen. Dabei genießen sie, anders als von Außenstehenden häufig angenommen, diese Zeit, da sie sich nur auf diese Art effektiv erholen und nachdenken können.

Irrtümlicherweise werden Absagen von Partys, Ablehnungen von Verabredungen oder ein Ausbleiben von Kontaktaufnahme vom Bekannten- und Freundeskreis introvertierter Menschen in vielen Fällen so aufgefasst, als ob von Seite des Introvertierten kein Interesse oder Gleichgültigkeit an der Freundschaft bzw. Bekanntschaft bestünde. Introvertierte streben genauso wie auch Extravertierte nach sozialen Kontakten, Freundschaften und Unternehmungen, jedoch nicht in solchem Umfang wie andere. So meiden Introvertierte meist überfüllte Partys und Veranstaltungen, verbringen dagegen aber gerne ein paar ruhige Stunden mit ihnen bereits vertrauten Freunden, solange die Gruppe nicht allzu groß ist.“ Quelle: wikipedia.org

Eltern machen sich Sorgen, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Nachwuchs zu wenig lautstark und durchsetzungsfähig ist. Wer in sich gekehrt ist, ruhebedürftig oder gar scheu, der wird es, so fürchten sie, schwer haben im Leben.

Und das stimmt wahrscheinlich sogar. Bereits 1994 bewies der Psychologe Howard Giles, dass man Menschen, die schnell und laut sprechen, als kompetenter und sympathischer wahrnimmt, als klüger, besser aussehend und interessanter. Mit so jemandem wären die meisten Menschen gern befreundet. Wer im Internet einen Partner sucht, hat bessere Karten, wenn er sich als schlagfertig, witzig, kontaktfreudig und unternehmungslustig beschreibt.

Dabei sind introvertierte Menschen nicht automatisch schüchterne Menschen. Wer schüchtern ist, hat Angst, vor seinen Mitmenschen zu scheitern, zu versagen. Introvertierte haben nicht unbedingt Angst zu scheitern. Sie ertragen soziale Kontakte einfach nur in kleineren Dosierungen. Die Gesellschaft anderer ermüdet sie schneller, sie sehnen sich häufiger nach Ruhe.

1921 schrieb Carl Gustav Jung erstmals über die „Introversion“. Der Psychoanalytiker erklärte sie als Hinwendung der psychischen Energie nach innen, weg von der Außenwelt. Introvertierte Menschen nimmt man als ruhig, zurückhaltend, in sich gekehrt wahr – extrovertierte dagegen als gesellig, abenteuerlustig, risikofreudig. Bis heute gelten die beiden Temperamente als wichtigste Aspekte der Persönlichkeitspsychologie.

Jeder Mensch trägt introvertierte und extrovertierte Züge in sich, doch die meisten tendieren in eine Richtung. Weil sie in unserer Gesellschaft so viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, glaubt man, die Extrovertierten wären in der absoluten Mehrheit. Tatsächlich schätzen Wissenschaftler, dass immerhin ein Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung zu den Introvertierten gehört.

Eine Welt der Lauten

Die amerikanische Autorin Susan Cain hat ein Buch über die schweigende Hälfte geschrieben und damit einen Nerv getroffen. „Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“ ist in den USA zum Bestseller geworden. „Wenn wir davon ausgehen, dass stille und laute Menschen in etwa dieselbe Anzahl an guten oder schlechten Ideen haben“, schreibt Cain, „dann sollte der Gedanke, dass nur die lauteren und energischeren Menschen sich durchsetzen, uns besorgt aufhorchen lassen.“ Susan Cain hat in Harvard Jura studiert, als Anwältin arbeitete sie an der Wall Street. Es scheint so gar nicht zu ihrer Karriere zu passen, und doch sagt sie von sich, sie sei eine typische Introvertierte.“

Aus SPIEGEL Wissen 3/2015

Bildrechte und Inhaltsangabe: Randomhouse.com

Still und Stark Die Kraft introvertierter Kinder und Jugendlicher

Mit Illustrationen von Grant Snider

Als Susan Cain ein Teenager war, wurde sie oft gefragt, warum sie so still ist. Daraufhin zwang sie sich jahrelang, im Unterricht das Wort zu ergreifen und auf Partys zu gehen, auch wenn sie ihre freie Zeit lieber mit einer guten Freundin verbracht hätte. Im Laufe der Jahre erkannte Susan, dass ihre Introvertiertheit keine Schwäche, sondern eine Stärke war. Sie nahm sich Zeit zum Nachdenken, war ausgeglichen und eine gute Zuhörerin. Ihr erstes Buch »Still« wurde ein weltweiter Erfolg und ermutigte viele Introvertierte, zu sich selbst zu stehen. In ihrem zweiten Buch dreht sich alles um die Welt von Kindern und Jugendlichen. Sie „sind oft talentiert, einzigartig und liebevoll. Und trotzdem denken sie, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Das muss sich ändern“, beschreibt Susan Cain ihr Anliegen, das hinter diesem wichtigen Buch steckt.


Meine Buchbewertung:

Unsere Kinder sind 3 und 5 Jahre alt. Sie benehmen sich oft schüchtern in der Öffentlichkeit. Das hat aber mit den Charaktereigenschaften der Introvertiertheit oder Extrovertiertheit weniger zu tun als die Angst vor Neuem/Fremden.

Dennoch interessiert mich der Umgang mit eher insichgekehrten Menschen, denn ich denke meine Tochter wird vielleicht mal eher zu diesem Personkreis gehören.

Ich schrieb bereits über ihren höheren Ruhebedarf, leidet meine Tochter mit 3 Jahren an Epilepsie oder ist sie einfach nur verträumt?


Gandhi hat einmal gesagt: „Du kannst die Welt mit Sanftmut erschüttern.“ Quelle: Still und stark

 

Mir war bisher auch nicht bewusst welche Hinweise die Ernährung der Kinder auf ihrer Empfindsamkeit haben sollen.

In einer ähnlichen Studie stellten Wissenschaftler fest, dass Kleinkinder, die empfindlicher auf den süßen Geschmack von Zuckerwasser reagieren, mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Teenagern heranwachsen, die auf den Lärm einer lauten Party empfindlicher reagieren. Wir empfinden die Auswirkungen von Geschmack, Geräusch und sozialem Leben einfach etwas intensiver als unsere extrovertierten Gegenspieler.

Quelle: Still und stark

Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

Lasst euch von niemandem erzählen, Introvertierte seien antisozial – wir sind einfach nur anders sozial.“

Quelle: Still und stark

Es gibt schon tolle Möglichkeit auch in der Schule beim Unterricht auf die etwas stilleren Kinder zu achten.

Bildrechte: Goldmann Verlag / Still und stark

WIE MAN ES VERMEIDET, UNTERBROCHEN ZU WERDEN:

Wenn ihr merkt, dass man euch gerne ins Wort fällt, probiert einmal folgende Methode aus. Signalisiert, dass ihr noch weitersprechen wollt, indem ihr leicht die Stimme hebt und eure Hand mit der Handfläche nach außen hebt. Dies ist eine höfliche Art, um erfolgreich mitzuteilen: »Halt, ich bin noch nicht fertig.«

Quelle: Still und stark

Für Jugendliche in verständlicher Sprache ohne Fach- oder Fremdwörter geschrieben, erklärt die Autorin Introvertierten ihre Welt und gibt Hilfestellung bei der Partnersuche, Vor- und Nachteile des Internets und was an dem Spruch „Gegensätze ziehen sich an“ dran ist.

 

Fazit:

Viele von uns Introvertierten machen Probleme und Herausforderungen gerne mit sich alleine ab. Holt euch die Unterstützung, Beruhigung und Liebe eurer Familie, wenn ihr es schwer habt. Bittet um Hilfe oder darum, in den Arm genommen zu werden, wenn ihr es braucht. Dafür ist eine Familie da! Quelle: Still und stark


Vielen Dank an das Bloggerportal und dem Randomhouse Buchverlag für das kostenfreie Rezensionsexemplar.

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